"Ernst, fast ein wenig verbittert, gibt Lucas Cranach d. Ä. das Antlitz eines greisen Mannes wieder: sein welliges, an der Stirne aber schütteres Haar ergraut, die Epidermis welk und von tiefen Falten durchzogen, die Brauengriesgrämig zusammengezogen, die Lippen fest mit mürrischem Ausdruck auf - einandergepresst. Der Blick, beziehungsweise das ganze
"Ernst, fast ein wenig verbittert, gibt Lucas Cranach d. Ä. das Antlitz eines greisen Mannes wieder: sein welliges, an der Stirne aber schütteres Haar ergraut, die Epidermis welk und von tiefen Falten durchzogen, die Brauengriesgrämig zusammengezogen, die Lippen fest mit mürrischem Ausdruck auf - einandergepresst. Der Blick, beziehungsweise das ganze Gesicht, ist nach rechts gerichtet, auf ein uns verborgenes Gegenüber. Mit Bedacht griff der Künstler zu einem intensiv braunen Papier, um den kräftigen Teint des Inkarnats zu verstärken. In vollendeter Beherrschung der künstlerischen Mittel differenziert Cranach zwischen dem detailreich gezeigten Gesicht und dem mit nur wenigen Strichen skizzierten Wams."
[Metzger, Exhib. Cat. Düsseldorf 2017, 270, No. 168]