Muttergottes auf der Mondsichel

Muttergottes auf der Mondsichel

Titel

Muttergottes auf der Mondsichel

[Exhib. Cat. Munich 2011, 142]

Malerei auf Nadelholz

Material / Technik

Malerei auf Nadelholz

[Exhib. Cat. Munich 2011, 142]

"In der Mondsichelmadonna verbindet sich der Bildtypus der stehenden Maria mit Kind mit dem apokalyptischen Motiv der 'Frau mit der Sonne bekleidet' (Offb 12,1). Gedanken der Unbefleckten Empfängnis wie auch der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel knüpfen sich daran; auch als Symbol für die Kirche (Maria-Ekklesia) kann das Motiv

"In der Mondsichelmadonna verbindet sich der Bildtypus der stehenden Maria mit Kind mit dem apokalyptischen Motiv der 'Frau mit der Sonne bekleidet' (Offb 12,1). Gedanken der Unbefleckten Empfängnis wie auch der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel knüpfen sich daran; auch als Symbol für die Kirche (Maria-Ekklesia) kann das Motiv verstanden werden, das in der Malerei und - wohl häufiger noch - in der spätmittelalterlichen Plastik auftritt. Entsprechende Deutungen der Johannesvision aus der Geheimen Offenbarung entwickelte die Theologie seit der Zeit der Kirchenväter.

Maria ist hier mit Insignien, Zepter und Krone, dargestellt, die sie als Himmelskönigin ausweisen. Engel und Cherubim umgeben sie. Der Jesusknabe auf ihrem Arm hält einen Apfel, Symbol für die Tilgung der Erbsünde, die durch Adam und Eva in die Welt kam. In der Bedeutungsdichte und der zentralen Positionierung, die die Mutter Jesu in diesem Motiv erhält, erweist sich das charakteristische Motiv des 'alten' Glaubens in Zeiten der beginnenden Reformation; nicht zufällig erlebe das Motiv zur Zeit der Gegenreformation nach dem Tridentinum einen erneuten Aufschwung, oft mit dezidiert antireformatorischer Aussage.

[...] sein [Albrecht von Brandenburg] Wappen (vierfeldrig mit drei Mittelschilden mit den Wappen der drei Bistümer Mainz, Halberstadt, Magdeburg). Neben den Kardinalinsignien entdeckt man hier auch das Schwert, das Albrecht 1518 auf dem Augsburger Reichstag anlässlich seiner Kardinalsernennung von Kaiser Maximilian I. erhielt. [...]

Als Quelle der Inspiration mag der Künstler Kupferstiche Albrecht Dürers genutzt haben, auf denen das Motiv mehrfach vorkommt."

[Exhib. Cat. Aschaffenburg 2007, 274]

Zuschreibungen
Anonymer Meister der Cranach-Werkstatt
Meister der Gregorsmesse

Zuschreibungen

Anonymer Meister der Cranach-Werkstatt

[Exhib. Cat. Munich 2011, 142]

Meister der Gregorsmesse

[Friedländer, Rosenberg 1979, No. Sup 13]

Simon Franck

[Tacke 1992, 33, 41-169]

Datierung
um 1520 - 1530

Datierung

um 1520 - 1530

[Exhib. Cat. Munich 2011, 142]

Maße
Maße Bildträger: 83,5 x 67,5 cm

Maße

  • Maße Bildträger: 83,5 x 67,5 cm

  • [Exhib. Cat. Munich 2011, 142]

Eigentümer
Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Besitzer
Staatsgalerie im Schloss Johannisburg, Aschaffenburg
Standort
Aschaffenburg
CDA ID
DE_BStGS_6276
FR (1978) Nr.
FRSup013
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_BStGS_6276/

Provenienz

  • vermutlich bis 1541 in der Stiftskirche Halle
  • in der Stiftskirche Aschaffenburg bis 1802/1803 [1]
    [1] [Exhib. Cat. Aschaffenburg 2007, 274]
    [Exhib. Cat. Munich 2011, 142]

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Exhib. Cat. Munich 2011 142
Autor/inMartin Schawe
Herausgeber/inBayerische Staatsgemäldesammlungen
TitelCranach in Bayern
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2011
Exhib. Cat. Aschaffenburg 2007 274 No. 15 Fig. p. 275
Herausgeber/inGerhard Ermischer, Andreas Tacke
TitelCranach im Exil. Aschaffenburg um 1540. Zuflucht - Schatzkammer - Residenz. Ausstellungskatalog Schloss Johannisburg und Kunsthalle Jesuitenkirche
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung2007
Hauschke 2007 181 Fig. 15
Autor/inSven Hauschke
TitelDas messing gegossen gehewss umb meyn grabe. Albrechts Grabmal in der Aschaffenburger Stiftskirche.
Veröffentlichungin Gerhard Ermischer, Andreas Tacke, eds., Cranach im Exil. Aschaffenburg um 1540. Zuflucht, Schatzkammer, Residenz, Exhib. Cat. Aschaffenburg
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung2007
Seiten173-185
Schawe 2007 A 215, 221, 223 Fig. 1
Autor/inMartin Schawe
TitelCranach in Aschaffenburg. 1814 bis heute
Veröffentlichungin Gerhard Ermischer, Andreas Tacke, ed., Cranach im Exil- Aschafffenburg um 1540. Zuflucht, Schatzkammer, Residenz
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung2007
Seiten215-225
Merkel 2004 78f.
Autor/inKerstin Merkel
TitelJenseits-Sicherung. Kardinal Albrecht von Brandenburg und seine Grabmäler
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung2004
Exhib. Cat. Aschaffenburg 2002 No. 163
Herausgeber/inRainhard Riepertinger, Evamaria Brockhoff, Katharina Heinemann, Jutta Schumann
TitelDas Rätsel Grünewald [Schloss Johannisburg, Aschaffenburg]
Ort der VeröffentlichungAugsburg
Jahr der Veröffentlichung2002
Tacke 1992 114
Autor/inAndreas Tacke
TitelDer katholische Cranach. Zu zwei Großaufträgen von Lucas Cranach d. Ä., Simon Franck und der Cranach-Werkstatt (1520 - 1540)
ReiheBerliner Schriften zur Kunst
Band2
Ort der VeröffentlichungMainz
Jahr der Veröffentlichung1992
Friedländer, Rosenberg 1979 No. Sup 13
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
Herausgeber/inG. Schwartz
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBasel, Boston, Stuttgart
Jahr der Veröffentlichung1979
Cat. Aschaffenburg 1975 64
Autor/inn. a.
TitelBayerische Staatsgemäldesammlungen, Galerie Aschaffenburg. Katalog
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung1975
Steinmann 1968 A 86
Autor/inUlrich Steinmann
TitelDer Bilderschmuck der Stiftskirche zu Halle. Cranachs Passionszyklus und Grünewalds Erasmus-Mauritius-Tafel
ReiheForschungen und Berichte. Staatliche Museen zu Berlin
Band11
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1968
Seiten69 - 104
  • Muttergottes auf der Mondsichel, um 1520 - 1530

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Kunsttechnologische Untersuchung

06. 2012Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot-Reflektografie
  • irr

Unterzeichnung

BESCHREIBUNG

Zeichengeräte/Material:

- flüssiges schwarzes Zeichenmedium, Pinsel; vermutlich angelegt in sehr verdünnten Medium

Typ/Duktus:

- freie Unterzeichnung

- dünne Linien; Lavuren; gelegentliche Schraffuren

Funktion:

- verbindliche Vorgabe für die Malerei; Hauptkonturen, Binnenformen und Gesichtszüge angegeben; plastische Wiedergabe durch Schraffuren und Lavuren

Abweichungen:

- kleine Präzisierungen der Form während des Malprozesses

INTERPRETATION

Zuschreibung:

- Cranachschüler, Simon Franck/Meister der Gregorsmesse ?

Anmerkungen:

- vermutlich nach einer Vorzeichnung

[Smith, Sandner, Heydenreich, cda 2012]

  • fotografiert von Gunnar Heydenreich
  • fotografiert von Ingo Sandner

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Muttergottes auf der Mondsichel', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_BStGS_6276/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Muttergottes auf der Mondsichel', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_BStGS_6276/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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