Der preußische Agent Hans Dobener informiert Herzog Albrecht aus Weimar über den Tod Lucas Cranach d. Ä., da ihn der Herzog geschätzt habe. Dobener schreibt, dass Cranach morgens um 3.00 Uhr verstorben ist und am Nachmittag um 15.00 Uhr beigesetzt wurde.

Der preußische Agent Hans Dobener informiert Herzog Albrecht aus Weimar über den Tod Lucas Cranach d. Ä., da ihn der Herzog geschätzt habe. Dobener schreibt, dass Cranach morgens um 3.00 Uhr verstorben ist und am Nachmittag um 15.00 Uhr beigesetzt wurde.

Archivalie

Datierung
1553 Oktober 16
Besitzer/ Standort
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Ort / Datum
Dat[um] Weimar in eyll, den 16 octobris anno [15]53
Signatur
XX. HA, HBA, A 4, Kasten 230

Signatur

  • XX. HA, HBA, A 4, Kasten 230

CDA ID
DE_GStA-PK_XX_HA_HBA_A4_K-230
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_GStA-PK_XX_HA_HBA_A4_K-230/

Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Exhib. Cat. Weimar 2015 43
Herausgeber/inWolfgang Holler, Karin Kolb
TitelCranach in Weimar, [Weimar, Schiller-Museum, 3 April - 14 June 2015]
Ort der VeröffentlichungDresden
Jahr der Veröffentlichung2015
Exhib. Cat. Wittenb 2015 B 160-161
Herausgeber/inRoland Enke, Jutta Strehle, Katja Schneider
TitelLucas Cranach der Jüngere - Entdeckung eines Meisters, Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Lutherstadt Wittenberg, Augusteum, 26 June - 1 November 2015
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2015
Hinz 1994 A 56, 59
Autor/inBerthold Hinz
TitelLucas Cranach d. Ä. und seine Bildermanufaktur. Eine Künstlersozialgeschichte
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung1994
Schade 1974 445, no. 412
Autor/inWerner Schade
TitelDie Malerfamilie Cranach
Ort der VeröffentlichungDresden
Jahr der Veröffentlichung1974
Link http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schade1974
Hintzenstern 1972 26
Autor/inHerbert von Hintzenstern
TitelLucas Cranach d. Ä. Altarbilder aus der Reformationszeit
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1972
  • Der preußische Agent Hans Dobener informiert Herzog Albrecht aus Weimar über den Tod Lucas Cranach d. Ä., da ihn der Herzog geschätzt habe. Dobener schreibt, dass Cranach morgens um 3.00 Uhr verstorben ist und am Nachmittag um 15.00 Uhr beigesetzt wurde., 1553 Oktober 16

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Transkription

[S. 4, Adressat] Dem durchlauchtigstenn hochgebornenn furstenn vnnd herrnn, herrnn Albrechtenn dem elternn, marggraffenn zu Brandenburg in Preussenn, zu Stetin, Pomernn, der Cassubenn vnnd Wendenn, hertzogk [etc.] burggraffenn zu Nornberg vnnd furst[en] zu Rugen, meinem gnedigsten hernn
[S. 4, Empfangsvermerk] Hans Dobner schreibt allerlei zeittung von der itzig[en] krigsrustung, sonderlich marggraf Albrecht[en] betreffende, schigkt ein brief, so ime an Taubenheim lautend mitgeben, wider zurück, den solchen nirgens anzutreff[en], it[em] vermeldet des Lucas malers todtlich[en] abgang, dat[um] den 16 octob[ris] a[nn]o [15]53.

[S. 1]
Durchlauchtigster hochgeborner furst, eweren furstlichenn gnadenn seintt meine vnterthenige bereittwillige dinst stetigs bereitt, gnedigster herr, e[uer] f[ürstliche] g[naden] kann ich vnterthenigk nicht pergenn, das derselb[en] ich bei einem zufelligenn preusischen botenn denn 9 octobris geschriebenn. Itze ist mir aber dieser Stetinischen, nemblich der Lötzen diener, auch zukomenn. Bei deme e[uer] f[ürstliche] g[naden] ich hiemitt vntertheniglich zuerkennenn gibt, des marggraff Albrecht nehest mitwoch vergang[en] denn hoff, welcher vom fursten zu Plauen [Reuß] nach der eroberunge mitt einem fhenlein knecht besetzt gewesenn, wiederumb vnnd liederlich eingenohmen. Wie gesagt, mit 40 pfferdenn, in die knecht (die sich von wegenn einer meuterei ausser statt auff ein plosse begeben sollen hab[en]) gesetzt, die danieder geschossenn vnnd gestochen vnnd dermassenn zertrennett, das sie etzliche in die stattgrabenn gedrengett vnnd die sich hab[en] pergenn vnnd rettenn wollenn, vollennts vonn denn burgernn mitt steinen tod geworffenn. Plassenburg [Kulmbach], Berreuth [Bayreuth] vnnd Schweinfurth seintt ihres herrnn des marggraffenn wiederkunfft trostlich erfrewett, dakegenn soll Nornbergk vnnd die bischoffe einen schlechten muth hab[en], denn dem marggraffenn zciehen teglich viel reuter zu vnnd werdenn wol bezaltt.
Es wirtt gesagt, das der furst vonn Plauen herrn Wilhelm von Grumpach auff ein personlich zusamenkunfft vnnd nutzlich gesprech dem marggraffenn vnnd ime den furst[en] belangende [S. 2] gnediglich vnnd vbergnugsam gegleittett vnnd gesichertt, begherett vnnd gebotenn habe, obs geschicht oder gescheen wirtth ist mir vorporgenn. Vnnd ist zubesorgenn, da es nicht vntergangenn, das am vorheeren vnnd prennen nicht gnugsam, sondern mitt vnerbermlich[en] hencken vnnd mordenn vnvorschemett gedreuhett.
Nach deme vom 11 biß auff denn 15 octobris zwisch[en] dem gebornen churf[ürsten], m[einem] g[nädig]st[en] her[ren], eins teils derselb[en] abgefertigtenn, nemblich h[err]n Erasmo von Minckwitz, cantzler, Heinrichen Munch vnnd Wolffenn Mulich, räthe vnnd diener, vnnd hertzog Augustenn anders teyls auch abgefertigtenn, nemblich herrn Hansen vonn Ponikau, Andresen Pfflugk vnnd Doctorn Cunnerstatt, ein eingang zur handlung in privat gemacht, so seind auff denn 15 hernachen vonn land vnnd steten des hochermelt[en] gebornen g[nädigen] churfurst[en] [etc.] kegen der Naumburgk zur handlung nachgefolgt, vnter anderen [Einschub: graff Ernst v[on] Gleich[en]], herr Maths von Walnrod, Coburgischer pffleger, herr Friederich von Wangenheim vnnd Doctor Schneidewein vnnd von steten nemblich Eysenach, Gotha, Salveld vnd Jenau [Einschub: einen der burgermeister zu Salveld, Keltz genanth]. Wer aber vom anderen teill ferner wirtt da sein, ist mir zu frue zuwissenn. Der liebe Got sende seinen heilig[en] geist darzu, das wol vorglichen vnnd weitter unfriedts verhutet werde wie man dann treulich vnnd vleissig in allen kirch[en] diesen lande bittett.
Herr Friederich von der Olsnitz, e[uer] f[ürstlichen] g[naden] obermarschalch vnnd heuptmann Wolff von Craitzen [Kreutz], seind lautt meiner kuntschafft gesund herausser auff diesen Leypzigisch[en] margt komen. Meins vorsehens werden sie dieser handlung vleissig nachforschung habenn e[uer] f[ürstlichen] g[naden] des ferner [S. 3] zu bericht[en], so will ichs an mir auch nicht erwindenn lassen.
E[uer] f[ürstlichen] g[naden] lakei vnnd diener, der Hieronimus ist den 12 ditz monatts kegenn Bürgell, da er m[einen] g[nädig]st[en] h[errn] angetroffenn, nuhe aber wider zu Weimar komen. Nach dem er aber seiner geschefft halbenn zu fuß besser vnnd sicherer denn zu ross, in abgefertigte orth zu komen vormeinett (wie es dann nach gelegenheitt gantz sorglich ist), habe ich sein ross zu mir in meinen stall vnnd vorwahrunng genohmen. Der solle uff sein wiederreisen im zum bestenn ausruhenn, dormitt er sich soviel desto schleuniger zu e[uer] f[ürstlichen] g[naden] zuvorfugenn.
Diesenn e[uer] f[ürstlichen] g[naden] eingelegtenn brieff an Christofenn vonn Taubenheim haltende, den mann mir von e[uer] f[ürtlichen] g[naden] wegenn hinaus gegebenn, habe ich zu meiner widerkunfft m[einem] g[nädig]st[en] h[errn] diener in der key[serlichen] m[ajestä]t lager geschigktt, aber er ist mir wieder zu ruck komen, mitt bericht, das wieder Taubenheim noch sein herr beyhandenn sey auch vnwissend, wo er sei, den schigke e[uer] f[ürstlichen] g[naden] ich widerumb hiemitt zu.
Heut dat[um] ist der alte meister Lucas maler, den m[ein] g[nädig]st[e]r h[er]r [etc.] seher wol hatt leiden mueg[en] vnd in gnadenn gelipt, zu 3 vhr fur mittag seliglich vorstorbenn vnd zu 3 vhr nach mittag stattlich zu Weimar zur erden bestetigt, der libe Got vorleihe ime eine seelige aufferstehung.
[S. 4] E[uer] f[ürstliche] g[naden] seintt sampt den iren neb[en] lannd vnnd leutt[en] Gott dem almechtig[en] befolenn vnnd wes e[uer] f[ürstliche] g[naden] ich vnterthenigs vleisses dienen kann, habenn sie mich als den diener. Dat[um] Weimar in eyll, den 16. octobris anno [15]53.
E[uer] f[ürstliche] g[naden]
vntertheniger diener Hans Dobener

Transkription durch
Lücke, Dietrich; Lücke, Monika
Transkription Datum
2017

Kommentare

Mit diesem Brief gibt es eine schriftliche Bestätigung des Todesdatums sowie des Sterbe- und Beisetzungstermins. Bisher waren nur die Daten des Grabsteins bekannt, also das Todesdatums.
Zum Grabstein Cranachs d. Ä. im Weimar an der Nordwand der Herderkirche in Weimar bzw. der Replik auf dem Jacobsfriedhof vgl. zuletzt Cranach in Weimar, hg. von W. Holler und K. Kolb, Weimar 2015, S. 43.
Die von preußischen Agenten Hans Dobener beschriebenen Ereignisse betreffen den sogenannten zweiten Markgrafenkrieg 1552-1554.

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

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<Autorenname>, 'Der preußische Agent Hans Dobener informiert Herzog Albrecht aus Weimar über den Tod Lucas Cranach d. Ä., da ihn der Her…', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_GStA-PK_XX_HA_HBA_A4_K-230/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Der preußische Agent Hans Dobener informiert Herzog Albrecht aus Weimar über den Tod Lucas Cranach d. Ä., da ihn der Her…', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_GStA-PK_XX_HA_HBA_A4_K-230/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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