Bildnis eines bartlosen Mannes in Pelzschaube und Pelzmütze [Vorderseite]

Bildnis eines bartlosen Mannes in Pelzschaube und Pelzmütze [Vorderseite]

Titel

Bildnis eines bartlosen Mannes in Pelzschaube und Pelzmütze [Vorderseite]

[Friedländer, Rosenberg 1979, No. 62]

Bildnis eines Mannes [Vorderseite]

[Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

Malerei auf Holz

Material / Technik

Malerei auf Holz

[cda 2012]

Nussbaumholz

[Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

Halbfiguriges Bildnis eines Mannes mit pelzbesetzter Schaube und Pelzmütze, nach rechts gewandt. Er trägt drei sehr auffällige Ringe.

[Görres, cda 2012]

Zuschreibung
Lucas Cranach der Ältere

Zuschreibung

Lucas Cranach der Ältere

[Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

Datierung
1514

Datierung

1514

[Rückseite datiert]

Maße
Maße Bildträger: 42-42,3 x 27,4 x 0,5-0,7 cm (ohne Messung der Wölbung)

Maße

  • Maße Bildträger: 42-42,3 x 27,4 x 0,5-0,7 cm (ohne Messung der Wölbung)

  • 42-42,3 x 28,2 x 0,5-0,7 cm (über der Wölbung gemessen)

  • [Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

Signatur / Datierung

Ehemals rückseitig über dem auf Pergament gemalten Allianzwappen mit gelber Farbe "1514" datiert

Signatur / Datierung

  • Ehemals rückseitig über dem auf Pergament gemalten Allianzwappen mit gelber Farbe "1514" datiert

  • [Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

Eigentümer
Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
Besitzer
Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
Standort
Bremen
CDA ID
DE_KHB_160-1909-8A
FR (1978) Nr.
FR062
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_KHB_160-1909-8A/

Provenienz

  • Um 1850/60 Sammlung Heinrich Albers, Rittergut Traupel bei Freystadt/Westpreußen
  • 1909 erworben aus dem Vermächtnis John Harjes
  • Kriegsverlust nach Auslagerung
  • 1961 zurückerhalten
    [Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

Ausstellungen

Karlsruhe 1965
Bremen 1977, Nr. 4
Bremen 1979
Bremen 2009, Nr. 22
Düsseldorf 2017, Nr. 120

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Exhib. Cat. Düsseldorf 2017 216 No. 120
Herausgeber/inGunnar Heydenreich, Daniel Görres, Beat Wismer
TitelLucas Cranach der Ältere. Meister - Marke - Moderne. [anlässlich der Ausstellung "Cranach. Meister - Marke - Moderne", Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, 08. April 2017 - 30. Juli 2017]
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2017
Bildnis 2010 19
Autor/inn. a.
TitelBildnis eines Unbekannten
ZeitschriftMonumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland
Jahrgang11/12
Jahr der Veröffentlichung2010
Seiten19
Exhib. Cat. Bremen 2009 22
Herausgeber/inRainer Stamm
TitelLucas Cranach der Schnellste
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung2009
Herzogenrath, Lähnemann 2009 68 pp. 70, 227
Herausgeber/inWulf Herzogenrath, Ingmar Lähnemann
TitelNoble Gäste. Meisterwerke der Kunsthalle Bremen in 22 deutschen Museen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung2009
Heydenreich 2007 B 33
Autor/inGunnar Heydenreich
Titel"... dass Du mit wunderbarer Schnelligkeit malest". Virtuosität und Effizienz in der künstlerischen Praxis Lucas Cranachs d. Ä.
Veröffentlichungin Bodo Brinkmann, ed., Cranach der Ältere, Exhib. Cat. FrankfurtA
Ort der VeröffentlichungOstfildern
Jahr der Veröffentlichung2007
Seiten29-47
Cat. Bremen 1994 239
Autor/inAndreas Kreul
TitelKunsthalle Bremen - Gemälde-Verzeichnis
Ort der VeröffentlichungWiesbaden
Jahr der Veröffentlichung1994
Rebel 1994 131-138
Autor/inErnst Rebel
TitelLucas Cranach Porträtkunst. Personendarstellungen zwischen Vitalität und Formel
Veröffentlichungin Claus Grimm, Johannes Erichsen, Evamaria Brockhoff, eds.,Lucas Cranach. Ein Maler-Unternehmer aus Franken, Exhib. Cat. Kronach 1994
ReiheVeröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur
Band26
Ort der VeröffentlichungCoburg, Augsburg
Jahr der Veröffentlichung1994
Seiten131-138
Cat. Bremen 1990 103
Autor/inCorinna Höper
TitelKatalog der Gemälde des 14. bis 18. Jahrhunderts in der Kunsthalle Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1990
Salzmann 1989
TitelKunsthalle Bremen. Eine Auswahl der Hauptwerke
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1989
Busch 1984 26, 608, 613 p. 30
Autor/inGünter Busch
TitelDie Kunsthalle Bremen in vier Jahrzehnten. Eine hanseatische Bürgerinitiative 1945-1984
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1984
Schweers 1981-1982 180
Autor/inHans F. Schweers
TitelGemälde in deutschen Museen
Band1
Ort der VeröffentlichungMunich, New York, London
Jahr der Veröffentlichung1981
Exhib. Cat. Bremen 1979 without page
Autor/inGerhard Gehrkens
TitelDer nackte Mensch - Aspekte der Aktdarstellung in der Kunst
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1979
Friedländer, Rosenberg 1979 62
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
Herausgeber/inG. Schwartz
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBasel, Boston, Stuttgart
Jahr der Veröffentlichung1979
Exhib. Cat. Bremen 1977 4
Herausgeber/inGerhard Gehrkens
TitelDas Bildnis - Seine Entwicklung. Seine Gestalt
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1977
Busch, Schultze 1973 11
Autor/inGünter Busch, Jürgen Schultze
TitelMeisterwerke der Kunsthalle Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1973
Exhib. Cat. Bremen 1965 10-11 p. 9
Herausgeber/inKunsthalle Bremen
TitelErwerbungen der Jahre 1961-1965
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1965
Jahn 1953 A 52 fig. 58
Autor/inJohannes Jahn
TitelDer Weg des Künstlers
Veröffentlichungin Heinz Lüdecke, ed., Lucas Cranach d. Ä. im Spiegel seiner Zeit. Aus Urkunden, Chroniken, Briefen, Reden und Gedichten
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1953
Seiten17-81
Busch, Keller 1948 50, 53 7 fig. 8
Autor/inGünter Busch, Horst Keller
TitelMuseum heute. Ein Querschnitt zum 125. Bestehen der Kunsthalle Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1948
Cat. Bremen 1939 37 160 fig. 5
Autor/inEmil Waldmann
TitelGemälde und Bildhauerwerke der Kunsthalle zu Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1939
Cat. Bremen 1935 25 160
Autor/inEmil Waldmann
TitelGemälde und Bildhauerwerke in der Kunsthalle zu Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1935
Waldmann 1933 69 p. 70
Autor/inEmil Waldmann
TitelDie Bremer Kunsthalle. Ein Führer zur Vorbereitung und zur Erinnerung
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1933
Friedländer, Rosenberg 1932 55
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1932
Link http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/friedlaender1932
Waldmann 1932 35
Autor/inEmil Waldmann
TitelDie Bremer Kunsthalle. Mit Erläuterungen ihrer bedeutendsten Gemälde
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1932
Cat. Bremen 1925 7, 14 160
Autor/inEmil Waldmann
TitelKatalog der Gemälde und Bildhauerwerke in der Kunsthalle zu Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1925
Waldmann 1923 6-7 fig. 6
Autor/inEmil Waldmann
TitelDürer und seine Zeit
ReiheAmtliche Ausgabe der Kunsthalle Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1923
Waldmann 1919 91-92
Autor/inEmil Waldmann
TitelDie Bremer Kunsthalle. Ein Führer zur Vorbereitung und zur Erinnerung
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1919
Cat. Bremen 1913 12 160
Autor/inGustav Pauli
TitelKatalog der Gemälde und Bildhauerwerke in der Kunsthalle zu Bremen
Ort der VeröffentlichungBremen
Jahr der Veröffentlichung1913
Stoermer 1913 796
Autor/inCurt Stoermer
TitelDie Neuerwerbungen der Bremer Kunsthalle
ZeitschriftCicerone
Jahrgang5 (1913)
Jahr der Veröffentlichung1913
Pauli 1910 25 pl. 10, fig. 1
Autor/inGustav Pauli
TitelEin Bildnis von L. Cranach d. Ä.
ZeitschriftMonatshefte für Kunstwissenschaft
Jahrgang3
Jahr der Veröffentlichung1910
Seiten25

Forschungsgeschichte / Diskussion

Über die Identität des Mannes ist nichts bekannt, zumal sein Wappenring bisher nicht zugeordnet werden konnte. Dessen Motiv wird auf einem Allianzwappen wiederholt, das ehemals auf der Rückseite des Gemäldes angebracht war. Möglicherweise war das Herrenporträt als ursprünglich Teil eines klappbaren Diptychons, vielleicht eines Hochzeitsbildes, dessen geschlossene Vorderseite dann das Allianzwappen schmückte.

[Hansen, Exhib. Cat. Bremen 2009, No. 22]

  • Bildnis eines bartlosen Mannes in Pelzschaube und Pelzmütze [Vorderseite], 1514

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Kunsttechnologische Untersuchung

11. 2012Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot-Reflektografie
  • Lichtmikroskopische Oberflächenuntersuchung
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Bildträger

- Holztafel, Laubholz, vermutlich Nussbaum

- Es liegt ein Tangentialschnitt vor

- Die Holztafel ist nahezu astrein, zwei Astlöcher sind festzustellen

- Die Tafel besteht aus einem Stück, es liegt keine Formatveränderung vor

- Die Tafel wurde nach Abnahme des rückseitigen Pergaments gedünnt, zu erkennen an angeschnittenen Fraßgängen auf der Rückseite des Herrenbildnisses

- Oben rechts wurde eine Fehlstelle im Holzträger durch eine Ergänzung in Sperrholz stabilisiert

Grundierung und Imprimitur

- Es liegt eine weiß pigmentierte Grundierung vor, Aussagen über Material und Auftragsweise lassen sich auf Grund der Uneinsichtbarkeit nicht treffen, vermutlich handelt es sich um leimgebundenen Kreidegrund

- Der Grundierungsauftrag erfolgte während die Holztafel bereits in einem genuteten Rahmen o.ä. montiert war: es ist ein umlaufender, wulstartiger Grundiergrat vorhanden, außerdem liegt ein umlaufend, ursprüngl. holzsichtiger, Rand vor (variiert in der Breite zwischen 0,6 – 0,8 cm)

- Es sind nahezu umlaufend blasige Grundierungsreste auf dem ursprüngl. holzsichtigen Rand festzustellen, vermutlich ist Grundierungsmasse während des Auftragens zwischen Holztafel und Rahmen gezogen

- Die Grundierungsreste und der holzsichtige Randbereich wurden zu einem späteren Zeitpunkt – möglicherweise einhergehend mit der Umrahmung des Gemäldes – dunkel eingefärbt

- Eine Imprimitur ist nicht erkennbar

Unterzeichnung

Eine Unterzeichung ist vorhanden, die Komposition des Bildnis wurde mit einem Pinsel und einem grauen bzw. schwarzen Farbton auf den weißen Grund aufgebracht; die Farbe der Pinselstriche läuft an den Enden z. T. heller aus, z. T. ist ein leichtes An- und Abschwellen der Linien zu beobachten

Farbschichten und Metallauflagen

- Vermtl. ölgebundenes Farbsystem, die Farben sind fein gerieben, nur in einigen dunkel ausgemischten Bereichen ist eine leichte aber sichtbare Körnung festzustellen

- Der Farbauftrag gestaltet sich als überwiegend deckend, durch den Prozess des Durchsichtiger Werdens von ölgebundenen Malschichten tritt die helle Grundierung im Bereich des Inkarnats in die Farbwirkung mit ein

- Die Farbigkeit des Bildnisses bewegt sich vom hellen, fast durchscheinenden Inkarnatston und weiß über ocker- und braunfarbene Strichführungen bis hin zum fast plakativ aufgetragenen schwarz des Gewands und des Hintergrunds; bei der Gestaltung des Fells wurden auf hellem Untergrund braune Striche angelegt, unter Verwendung mit mehr Bindemittel und weniger Pigment wurde in der Helligkeit variiert

- Der Farbauftrag gestaltet sich überwiegend fein und ebenmäßig, in einzelnen Bereichen mit Höhen, Lichtern und Beschneidungen sind leichte Pinselspuren und kleinere Pastositäten festzustellen

- Auftragsabfolge der Darstellung: auf die Unterzeichnung wurden – vermtl. nach eine Lösche des Malgrundes – zunächst Gesicht und Hände farbig ausgeführt, im Bereich des Fellbesatzes und der Mütze wurden farblich entsprechende Farbflächen angelegt. Anschließend erfolgte die Ausarbeitung von Hemd, Gewand und Haar, zuletzt wurde die Fellstruktur in einzelnen nebeneinander und leicht kreuzweise angeordneten Pinselstrichen herausgearbeitet und in einigen Bereichen Lichter aufgesetzt

- Pinselbreiten: im Bereich des Inkarnats ist kein Pinselduktus zu erkennen, die Fläche wurde durch feines Ineinandermalen gestaltet, Haar und Fell wurden mit feinen Haarpinseln ausgearbeitet; die dunklen Flächen des Gewands und des Hintergrunds wurde zunächst flächig ausgeführt, teilweise mit eher breiteren Pinselstrichen und fast plakativ. Das Gewand erhielt durch ein grau gefärbtes Muster eine leichte Struktur, Falten wurden mit weichen breiten Pinselstrichen angedeutet; es scheint, dass der Schwerpunkt der Ausarbeitung in Bereichen des Inkarnats und Fellmütze und Fellbesatz des Gewands liegt.

Rahmung

Es handelt es sich um eine neuere Rahmung, jedes Bildteil ist separat in einem profilierten, holzsichtigen Eichenholzrahmen gerahmt. Möglicherweise stammt die Rahmung aus den 1960er Jahren, als das bemalte Pergament von der Rückseite der Holztafel getrennt wurde.

Beide Rahmen wurden vor gut einem Jahr miteinander verbunden und werden nun auf einem Sockel stehend präsentiert um die Beidseitigkeit der ehemaligen Holztafel anzudeuten bzw. wahrnehmbar zu machen.

[Anke Preußer, Gemälderestauratorin Kunsthalle Bremen, November 2012]

10. 2010Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot-Reflektografie
  • irr

Unterzeichnung

BESCHREIBUNG

Zeichengeräte/Material:

- flüssiges schwarzes Zeichenmedium

Typ/Duktus:

- zarte, feine nachvollziehende Linien

Funktion:

- verbindliche Vorgabe für die Malerei; Hauptkonturen und Gesichtszüge angegeben; keine plastische Wiedergabe

Abweichungen:

- kleine Präzisierungen der Form während des Malprozesses

INTERPRETATION

Zuschreibung:

- nicht möglich

Anmerkung:

- Übertragung einer Vorzeichnung oder Nachvollzug von Pauslinien?

[Smith, Sandner, Heydenreich, cda 2012]

  • fotografiert von Ingo Sandner
  • fotografiert von Gunnar Heydenreich

Erhaltungszustand

Datum2007

Bei der Ausrahmung 2007 wurde festgestellt, dass das Bild, bedingt durch die unsachgemäße Rahmung, unter Spannung stand. Rahmeninnenseite-, Rückseite und Bildseite sind sehr verschmutzt. Die Verwölbung der Tafel ist wiederum stärker geworden.

Bei der Betrachtung des Gemäldes unter mikroskopischer Vergrößerung wird deutlich, dass es hauptsächlich entlang des Craqueléeverlaufes zahllose kleine alte und neue Farbschichtausbrüche gibt. Im Bereich neuerer Farbschichtausbrüche kann davon ausgegangen werden, dass die Farbschicht mehr oder weniger stark gelockert ist. Im Bereich der rechten, oberen ergänzten Ecke steht die Malerei an der Klebefuge stark schüsselförmig auf. Teilweise sind Hohlräume festzustellen. Sämtliche Retuschen sind auffällig gealtert und unstimmig. Der Firnis ist getrübt, in Teilbereichen krepiert und stellenweise leicht geblaut.

Tafel und Malschicht scheinen sehr empfindlich auf Klimaveränderungen zu reagieren. Alle oben beschriebenen Schäden, mit Ausnahme der Retusche- und Firnisschäden sind als Klimaschäden zu bezeichnen, die jedoch wiederum, zumindest teilweise, eine Folge der unsachgemäßen Behandlung 1962 sind. Die Abnahme der bemalten Pergamentrückseite, die Dünnung der Tafel, die Behandlung mit den oben beschriebenen Lösemitteln und Füllstoffen sowie die unsachgemäße Rahmung haben ursächlich zu den beobachteten Schäden beigetragen.

Die Tafel kann aus konservatorischen Gründen nicht ausgeliehen werden und sollte wegen ihres extrem fragilen Zustandes auch nach einer Konservierung und Restaurierung nicht ausgeliehen werden.

Es ist davon auszugehen, dass die gedünnte Tafel durch den Anobienbefall geschwächt ist, es liegen zahlreiche Hohlräume vor, die zur Instabilität beitragen, auch durch die oben beschriebene Behandlung konnte keine Stabilisierung der Tafel erreicht werden.

Dies bedeutet, dass die stark verwölbte Tafel immer extrem auf Klimaschwankungen und Erschütterungen reagieren wird, die auch bei größter Vorsicht bei einer Ausleihe nicht zu vermeiden sind.

Bis jetzt sind in der sehr feinen, qualitätsvollen Malerei im Wesentlichen kleinere Malschichtverluste zu verzeichnen. Ausnahmen sind eine relativ große Kittung und Retusche im Bereich einer deutlichen Delle unterhalb der linken Augenbraue im inneren Augenwinkel des Dargestellten, vermutlich liegt dort ein Einbruch der Malschicht in einen durch Fraßgänge verursachten Hohlraum vor, und die ergänzte obere, rechte Ecke des Bildes. Sollte die Malerei nicht konserviert/restauriert werden ist mit weiteren Malschichtverlusten zu rechnen.

Für eine konservatorisch sachgemäße Rahmung ist, auch im Rahmen der Präsentation des Bildes in der Sammlung, der Bau einer Klimavitrine mit Verglasung unter Verwendung des vorhandenen Rahmens oder durch einen neue angefertigten Rahmen zu empfehlen. Dabei muss für die stark verwölbte Tafel ein Balsabett eingepasst werden, welches das Bild rundum schützt (siehe beigefügte Literatur).

[Bettina Landgrebe, Zustandsbeurteilung für Leihanfrage des Städelschen Kunstinstitutes in Frankfurt, 7.2.2007, in den Akten der Kunsthalle Bremen]

Restaurierungsgeschichte

Datum2007

Restaurierungsgeschichte:

Das Gemälde gehörte ursprünglich mit dem Allianzwappen zusammen. Während einer Behandlung durch Lily Lange-Bellstedt wurde die Malerei auf Pergament 1962 von der Tafel abgenommen.

Anschließend muss die Rückseite der Tafel zumindest beschliffen worden sein (angeschnittene Fraßgänge). Die Tafel wurde mit einer Mischung aus Äthylglycol, Alkohol und Schellack eingelasse, vermutlich um sie zu begradigen. Eine fehlende Ecke oben rechts wurde mit Sperrholz ersetzt. Vermutlich Leim-Kreide-Kittungen, Retuschen mit Aquarelltempera (?), Mastixfirnis.

1975 erneute Behandlung des Bildes durch Christiane Rohland. Es wurde eine leichte Konvexwölbung der Tafel festgestellt, die sich verstärkte nachdem 2 Verbindungsleisten an den Rahmen entfernt worden waren. Die Tafel stand offensichtlich durch die Rahmung unter Spannung.

Festigung einer Farbstauchung unten rechts mit Bienenwachs, Firnissen von eingeschlagenen Retuschen mit Dammarfirnis, einige Harzfarbenretuschen (AW2).

1979 muss die Tafel erneut ausgerahmt worden sein, da eine Vergleichskurve der Wölbung von Frau Rohland aufgezeichnet wurde. Die Wölbung hatte sich verstärkt.

Die Rahmung der Tafel erfolgte mittels Nägeln, die durch Korken in den Rahmenfalz geschlagen wurden. Nur der mittlere Bereich des oberen und unteren Bildrandes war abgepolstert. Der Rückseitenschutz bestand aus einer auf den Rahmen geschraubten Pressspanplatte, deren raue, schwarz gestrichene Seite die Rückwand des Rahmens bildete.

[Bettina Landgrebe, Zustandsbeurteilung für Leihanfrage des Städelschen Kunstinstitutes in Frankfurt, 7.2.2007, in den Akten der Kunsthalle Bremen]

Datum05. 1975

Mai 1975

Zustand:

Vorderseite: Leichte Konvexwölbung. Farbstauchung am rechten Bildrand unten. Kleinerer Riß unterer Bildrand links mit gelöster Retusche Eingeschlagene Retuschen. Kratzer im Firnis im Gesicht. Firnis leicht blauend.

Rückseite: Zwei Bretter. Kanten nicht abgeschrägt, Dicke ca. 4 mm. Alter Wurmbefall-besonders an den rechten Ecken oben und unten rechts.

[ohne Autor, Restaurierungsbericht in den Akten der Kunsthalle Bremen, 1975]

Behandlung:

Von der Rückseite zwei am Rahmen befestigte Holzleisten gelöst, die das Bild mit dem Allianzwappen verbinden. Dabei verstärkte Konvexbildung der Tafel, die unter Spannung gestanden hat. (S. Kurve vom 28.5.1975).

Festigen der Farbstauchung rechts und entlang dem kleinen Riß mit gebl. Bienenwachs. Oberflächenschmutzabnahme mit Leder. Firnissen der eingeschlagenen Retuschen mit Dammar. Harzfarbenretuschen (AW2) entlang dem kleinen Riß und kleinen Fehlstellen entlang der Farbstauchung rechts.

Eintönen des Holzrandes mit schwarzen Harzfarben, soweit das nicht schon bei vorhergehender Restaurierung geschehen war.

Die Wölbung belassen.

[ohne Autor, Restaurierungsbericht in den Akten der Kunsthalle Bremen, 1975]

  • restauriert von Christiane Rohland

Datum04. 1962 - 05. 1962

April - Mai 1962

Brett ist stark gewölbt, von hinten mit bemaltem Pergament beklebt, stark vergilbt, Druck und Fehlstellen, Schrammen, rechte Ecke oben ausgebrochen (s. Foto)

April 1962

Rückseite [Pergament]:

Dunkel braun, mußte vom Brett gelöst werden, dadurch Einschnitte und viele ausgebrochene Teile, Blasen

[ohne Autor, Restaurierungsbericht in den Akten der Kunsthalle Bremen, 1962]

Behandlung:

Pergament entfernt und die Tafel von der Rückseite durch längere Zeit mit einer Mischung: Alkohol, Aetylglykol, Schellack getränkt, Firnis entfernt, Fehlstellen verkittet und mit Aquarell-Tempera retuschiert - Ecke mit Sperrholz ersetzt, mit Mastix gefirnißt.

Rückseite [Pergament]:

Auf Hartfaser mit Wachs-Kolophonium aufgezogen, Fehlstellen verkittet und mit Aquarell-Tempera retuschiert, gefirnißt mit Mastix, feiner Wachsüberzug.

[ohne Autor, Restaurierungsbericht in den Akten der Kunsthalle Bremen, 1962]

  • restauriert von Lily Lange-Bellstedt

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