Bildnis der Margarete von Österreich

Bildnis der Margarete von Österreich

Zeichnung auf Vergé-Papier

Material / Technik

Zeichnung auf Vergé-Papier
Schwarze und rote Kreide, Pinsel in Schwarz und Blau

[Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2026]

Die Bildniszeichnung von Margarete von Österreich, Stadthalterin von Mechelen, ist in schwarzem Stift und Spuren von Rötel ausgeführt. Der blaue Hintergrund sowie die Ergänzungen in Braun und Schwarz dürften spätere Hinzufügungen sein. Die Zeichnung lässt sich schwer in Cranachs zeichnerisches Schaffen einordnen. Jedoch befindet sich in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau

Die Bildniszeichnung von Margarete von Österreich, Stadthalterin von Mechelen, ist in schwarzem Stift und Spuren von Rötel ausgeführt. Der blaue Hintergrund sowie die Ergänzungen in Braun und Schwarz dürften spätere Hinzufügungen sein. Die Zeichnung lässt sich schwer in Cranachs zeichnerisches Schaffen einordnen. Jedoch befindet sich in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau ein Bildnis aus der Zeit um 1530, das der Zeichnung sehr ähnlich ist [DE_AGGD_13].

Guido Messling (KHM, Wien) untersuchte das gezeichnete Bildnis zuletzt im Kontext von Cranachs Reise in die Niederlande 1508 [Messling 2014, 363–384]. Dabei stellte er die Einflüsse der niederländischen Kunst auf Cranach d. Ä. und umgekehrt heraus. Aufgrund des Wasserzeichens (Hohe Krone mit zweikonturigem Bügel mit Innenbügel, mit Perlen, darüber zweikonturiges Kreuz, Bindedraht als Mittelachse) geht Messling davon aus, dass die Zeichnung erst um 1520 entstanden ist. Damit wäre sie deutlich nach der Reise in die Niederlande entstanden und es könnte sich um eine niederländische Kopie nach einer verlorenen Bildnisstudie Cranachs handeln. Nach jener verlorenen Zeichnung könnte Cranach selbst das Dessauer Bildnis zum Zeitpunkt von Margaretes Tod angefertigt haben. Fraglich ist jedoch Messlings Identifikation des Wasserzeichens. Es könnte deutlich früher Verwendung gefunden haben. Insbesondere scheint es motivgleich mit einem Wasserzeichen, das Verwendung in Torgau zwischen 1507 und 1514 gefunden hat (Piccard 1961, I, Abtl. XIII, Nr. 7). Demnach könnte die Zeichnung in der Zeit von Cranachs Aufenthalt in Mechelen hergestellt worden sein. Aufgrund der stilistischen Abweichungen und den Differenzen zu Cranachs Gemälde, könnte es sich dennoch um eine Kopie nach einer verlorenen Bildnisstudie handeln. Das Papier macht eine Herstellung im Kursächsichen wahrscheinlich (auch früher Messling in [Exhib. Cat. Brussels 2010, no. 64]).

[Rahel Müller im Rahmen des Cranach-Forschungsprojekts, Mai 2026]

Zuschreibungen
Kopist nach Lucas Cranach d. Ä.
Umkreis von Lucas Cranach dem Älteren

Zuschreibungen

Kopist nach Lucas Cranach d. Ä.

[Deutsch, Kopie nach Lucas Cranach d. Ä., Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2026]

Umkreis von Lucas Cranach dem Älteren

[Werkstatt oder Umkreis von Lucas Cranach dem Älteren, Messling, Exhib. Cat. Brussels 2010, 140, no. 64]

Bernart van Orley

[Bock, Rosenberg, Cat. Berlin 1930, 46]

Werkstatt Lucas Cranach der Ältere

[Werkstatt oder Umkreis von Lucas Cranach der Ältere, Messling, Exhib. Cat. Brussels 2010, 140, no. 64]

Datierung
um 1508
um 1520

Datierung

um 1508

[Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2026]

um 1520

[Exhib. Cat. Brussels 2010, 140, no. 64]

Maße
Blatt: 234 x 176 mm

Maße

  • Blatt: 234 x 176 mm

  • [Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2026]

Signatur / Datierung

keine

Beschriftungen

Auf der Rückseite (von der Kaschierung bedeckt) in brauner Tinte beschriftet: 'Fraw Margretta' (Name unleserlich)

Beschriftungen

spätere Beschriftungen, Stempel, Siegel:

  • Auf der Rückseite (von der Kaschierung bedeckt) in brauner Tinte beschriftet: 'Fraw Margretta' (Name unleserlich)

Eigentümer
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Besitzer
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Standort
Berlin
CDA ID
DE_SMBKSK_KdZ6829
FR (1978) Nr.
FR-none
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_SMBKSK_KdZ6829/

Provenienz

- erworben 1835 mit der Sammlung von Nagler
[Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2026]

Ausstellungen

Mechelen 1958, Nr. 196
Brüssel 2010, Nr. 64

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Messling 2014
Autor/inGuido Messling
TitelCranach in den Niederlanden
Veröffentlichungin Wolfgang Augustyn, Ulrich Söding, eds., Dialog - Transfer - Konflikt: künstlerische Wechselbeziehungen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, [Ergebnis einer internationalen Tagung im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, 04 - 06.10.2012]
Ort der VeröffentlichungPassau
Jahr der Veröffentlichung2014
Seiten365-384

Forschungsgeschichte / Diskussion

Das Wasserzeichen des vorliegenden Blattes mit einer hohen Krone mit Innenbügel deutet eher auf einen deutschen Zeichner hin, denn es kehrt identisch oder doch wenigstens sehr eng verwandt in Papieren wieder, die 1519 in Coburg kursierten.

[Exhib. Cat. Brussels 2010, no. 64, 140]

  • Bildnis der Margarete von Österreich, um 1508

Abbildungen

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Kunsttechnologische Untersuchung

2017Technologische Untersuchung

  • Wasserzeichen

Wasserzeichen: vorhanden

Wasserzeichen, Motiv: Hohe Krone

[Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, revised 2017]

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Bildnis der Margarete von Österreich', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_SMBKSK_KdZ6829/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Bildnis der Margarete von Österreich', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_SMBKSK_KdZ6829/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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