Bildnis  des Kanzlers Gregor Brück

Bildnis des Kanzlers Gregor Brück

Titel

Bildnis des Kanzlers Gregor Brück

[Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Bildnis eines vornehmen sächsischen Herrn

[Friedländer, Rosenberg 1978, 136, No. 341]

Malerei auf Lindenholz (Tilia sp.)

Material / Technik

Malerei auf Lindenholz (Tilia sp.)

[Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Gregor Brück war seit 1519 Kanzler der sächsischen Kurfürsten. Wegen Spannungen mit dem Kaiser war sein Bildnis zu Beginn der Regierung Johann Friedrichs auch Zeichen politischer Kontinuität. Brustbild nach rechts, ohne Hände, vor blauem Grund. Er hat blaugrüne Augen, blondes Haar und Bart. Der Bart ist kantig gestutzt. Brück trägt

Gregor Brück war seit 1519 Kanzler der sächsischen Kurfürsten. Wegen Spannungen mit dem Kaiser war sein Bildnis zu Beginn der Regierung Johann Friedrichs auch Zeichen politischer Kontinuität. Brustbild nach rechts, ohne Hände, vor blauem Grund. Er hat blaugrüne Augen, blondes Haar und Bart. Der Bart ist kantig gestutzt. Brück trägt ein schwarzes Barett, eine schwarze Schaube mit Schulterkragen, rotes Wams und weißes Hemd, alles mit goldfarbenen Borten und Perlenstickerei reich versehen. Der Halsreif hat die Form einer in sich selbst zurücklaufenden Schlange. An der längeren Goldkette eine Medaille mit dem Bildnis des Kurfürsten Johann Friedrich des Großmütigen von Sachsen, an der kürzeren eine Pfeife.

[Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]

[Ausstellungsbeschriftung, GNM 2010]

Zuschreibungen
Hans Cranach
Lucas Cranach der Ältere

Zuschreibungen

Hans Cranach

[Heydenreich, cda 2012]

Lucas Cranach der Ältere

[Sandner 1998 B, 134] [Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Datierung
1533

Datierung

1533

[datiert]

Maße
Maße Bildträger: 42,6 x 38,4 cm

Maße

  • Maße Bildträger: 42,6 x 38,4 cm

  • [Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Signatur / Datierung
Bezeichnet Links: nach links ausgerichtetes Schlangensignet mit stehenden Flügeln und "15 33" datiert, geteilt durch das Signet

Signatur / Datierung

  • Bezeichnet Links: nach links ausgerichtetes Schlangensignet mit stehenden Flügeln und "15 33" datiert, geteilt durch das Signet

  • [CDA 2011]

Inschriften und Beschriftungen
Das Medaillenbildnis des Kurfürsten Johann Friedrich trägt die Umschrift: "JOHANNES FRIDERICH CVRFVRST ZV SACHSSEN" Rückseitig auf dem Bildträger: Mit rotem Stift …

Inschriften und Beschriftungen

Inschriften, Wappen:

  • Das Medaillenbildnis des Kurfürsten Johann Friedrich trägt die Umschrift:
  • "JOHANNES FRIDERICH CVRFVRST ZV SACHSSEN"

Stempel, Siegel, Beschriftungen:

  • Rückseitig auf dem Bildträger: Mit rotem Stift "G 797"
  • Mit blauem Stift "5739"
  • Mit Bleistift "36/40" und "Inv. 847"
  • Aufdruck: "Eigentum der Bundesrepublik Deutschland"
  • Papier Aufkleber: "Deutsches Museum Berlin" [gedrucktem Text] darunter "Köln, Wallraf-Richartz-Museum/Sächsischer Herr" [mit Schreibmaschine]
  • Rückseitig auf dem Rahmen:
  • Mit Kreide "797"
  • [Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]
Eigentümer
Bundesrepublik Deutschland
Besitzer
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
Standort
Nürnberg
CDA ID
DE_BRD-GNMN_Gm1649
FR (1978) Nr.
FR341
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_BRD-GNMN_Gm1649/

Provenienz

  • 1897 Sammlung Hofrat Gröbbels, Sigmaringen[1]
  • Fürstlich Hohenzollersche Sammlungen, Sigmaringen[1]
  • 1928 Köln, Wallraf-Richartz-Museum [1]
  • 12.1.1943 von dort über die Kunsthandlung Bornheim, München, als Geschenk der Stadt Köln an Hermann Göring (Göring Report, S. 126; MFA&A 239/219; Göring-Dok. 366) [2]
  • bzw. 1943 im Tausch abgegeben an Galerie für alte Kunst, München [1]
  • Verbleib nach 1945: Kunstbesitz der Bundesrepublik Deutschland[3]
  • 1966 aus ehem. Reichbesitz überwiesen als Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland [1]

[1][Löcher, Cat. Nuremberg 1997, 150]
[2]http://www.badv.bund.de/DE/OffeneVermoegensfragen/Provenienzrecherche/Provenienzen/Daten/5000_5999/5739.html
[3]Kunstsammlung Göring, DHM-Datenbank:
http://www.dhm.de/datenbank/goering/dhm_goering.php?seite=5&fld_0=RMG00510

Siehe auch Eintrag in Lost Art-Datenbank, Stiftung Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste: Lost Art-ID 220351; http://www.lostart.de/DE/Fund/220351 (accessed 17 Dec. 2019).

Für weitere Diskussion siehe 'Beschreibung/Interpretation'

Ausstellungen

Frankfurt 1928, Nr. 80
Berlin 1937, Nr. 97, Tafel 76
Nürnberg 1983, Nr. 433
Marburg, Lahn-Wartburg bei Eisenach 1992, 56
Düsseldorf 2017, Nr. 178

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Exhib. Cat. Düsseldorf 2017 286 No. 178
Herausgeber/inGunnar Heydenreich, Daniel Görres, Beat Wismer
TitelLucas Cranach der Ältere. Meister - Marke - Moderne. [anlässlich der Ausstellung "Cranach. Meister - Marke - Moderne", Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, 08. April 2017 - 30. Juli 2017]
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2017
Heydenreich 2017 A 75
Autor/inGunnar Heydenreich
TitelCranach? Fragen der Zuschreibung im Lichte kunsttechnologischer Untersuchungen
Veröffentlichungin Gunnar Heydenreich, Daniel Görres, Beat Wismer, eds., Lucas Cranach der Ältere. Meister - Marke - Moderne. [Exhib. Cat. Düsseldorf 2017]
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2017
Link https://lucascranach.org/application/files/7316/7870/1704/Heydenreich_2017_Cranach_Fragen_der_Zuschreibung.pdf
Seiten72-81
Heydenreich 2015 121, 122, 124, 125 Figs. 3, 5e
Autor/inGunnar Heydenreich
TitelHans Cranach. Auf der Suche nach seinem verlorenen Oeuvre
Veröffentlichungin Elke A. Werner, Anne Eusterschulte, Gunnar Heydenreich, eds., Lucas Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2015
Link https://lucascranach.org/application/files/5415/6232/3883/Heydenreich_2015_-_Hans_Cranach.pdf
Seiten116 -127
Müller 2015 276
Autor/inMatthias Müller
TitelWiederkehr der Mimesis. Die höfische Porträtmalerei Lucas Cranachs des Jüngeren nach 1550 als paradigmatische Neuausrichtung des 'Cranach-Stils'
Veröffentlichungin Elke A. Werner, Anne Eusterschulte, Gunnar Heydenreich, eds., Lucas Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2015
Seiten266-279
Cat.Hess, Hirschfelder, Bär 2010 106-107 Fig. 476
Autor/inFrank Bär
Herausgeber/inDaniel Hess, Dagmar Hirschfelder, Germanisches Nationalmuseum, Nuremberg
TitelRenaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert
ReiheDie Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums
Band3
Ort der VeröffentlichungNuremberg
Jahr der Veröffentlichung2010
Müller 2010 66
Autor/inMatthias Müller
Titel"Menschen so zu malen, daß sie erkannt werden und zu leben scheinen" Naturnachahmung als Problem in Lucas Cranachs höfischer Porträtmalerei
Veröffentlichungin Matthias Müller, ed., Apelles am Fürstenhof. Facetten der Hofkunst um 1500 im Alten Reich Exhib. Cat. Coburg 2010
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung2010
Seiten57-73
Heydenreich 2007 A 102-110
Autor/inGunnar Heydenreich
TitelLucas Cranach the Elder
Ort der VeröffentlichungAmsterdam
Jahr der Veröffentlichung2007
Link https://lucascranach.org/application/files/6116/2097/3099/Heydenreich_2007_Lucas_Cranach_the_Elder.pdf
Exhib. Cat. Chemnitz 2005 60 Pl. 20
Herausgeber/inHarald Marx, Karin Kolb, Ingrid Mössinger
TitelCranach Anlässlich der Ausstellung Cranach vom 13. November 2005 bis 12. März 2006 in den Kunstsammlungen Chemnitz. Eine Ausstellung in Kooperation mit der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Ort der VeröffentlichungCologne
Jahr der Veröffentlichung2005
Bünsche 1998 A 63
Autor/inBernd Bünsche
TitelDie Verwendung von Lochpausen bei der Anfertigung der Fürstenportraits durch Lucas Cranach den Älteren
Veröffentlichungin Ingo Sandner, Wartburg-Stiftung Eisenach and Fachhochschule Köln, ed., Unsichtbare Meisterzeichnungen auf dem Malgrund. Cranach und seine Zeitgenossen, Exhib. Cat. Eisenach
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung1998
Seiten61-64
Exhib. Cat. Eisenach 1998 134 No. 15.3 Figs. 15.3, 15.3a
Herausgeber/inWartburg-Stiftung, Eisenach, Fachhochschule , Ingo Sandner
TitelUnsichtbare Meisterzeichnungen auf dem Malgrund. Cranach und seine Zeitgenossen. Ausstellungskatalog und Tagungsband Katalogteil 1; 2: Werkstatt und Schüler Cranachs; 3: Süddeutsche Meister; 4: Albrecht Dürer und sein Kreis; 5: Rheinische Meister
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung1998
Seiten229-240
Sandner 1998 A 57
Autor/inIngo Sandner
TitelZeichengeräte um 1500
Veröffentlichungin Ingo Sandner, Wartburg-Stiftung Eisenach and Fachhochschule Köln, eds., Unsichtbare Meisterzeichnungen auf dem Malgrund. Cranach und seine Zeitgenossen, Exhib. Cat. Eisenach
Ort der VeröffentlichungRegensburg
Jahr der Veröffentlichung1998
Seiten51-60
Cat. Nuremberg 1997 150-151
Autor/inKurt Löcher
TitelDie Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Ort der VeröffentlichungOstfildern-Ruit
Jahr der Veröffentlichung1997
Stievermann 1994 70 Fig. A36
Autor/inDieter Stievermann
TitelLucas Cranach und der Kursächsische Hof
Veröffentlichungin Claus Grimm, Johannes Erichsen, Evamaria Brockhoff, eds., Lucas Cranach. Ein Maler-Unternehmer aus Franken, Exhib. Cat. Kronach 1994
ReiheVeröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur
Band26
Ort der VeröffentlichungAugsburg, Coburg
Jahr der Veröffentlichung1994
Seiten66-77
Exhib. Cat. Marburg, Eisenach 1992 56
BearbeitungRenate Petzinger
TitelHessen und Thüringen. Von den Anfängen bis zur Reformation
Ort der VeröffentlichungWiesbaden
Jahr der Veröffentlichung1992
Guy Marcia 1987 17 Fig. 64
Autor/inViorica Guy Marcia
TitelCranach
Ort der VeröffentlichungBucarest
Jahr der Veröffentlichung1987
Exhib. Cat. Nuremberg 1983 No. 433
Herausgeber/inGerhard Bott
TitelMartin Luther und die Reformation in Deutschland. Ausstellung zum 500. Geburtstag Martin Luthers
Ort der VeröffentlichungFrankfurt a. M.
Jahr der Veröffentlichung1983
Nickel 1982 129 Fig. 14
Autor/inHelmut Nickel
TitelThe Judgement of Paris by Lucas Cranach the Elder: Nature, Allegory, and Alchemy
ZeitschriftMetropolitan Museum Journal
Jahrgang16
Jahr der Veröffentlichung1982
Seiten117-129
Börner 1981 16 Fig. p. 15
Autor/inLore Börner
TitelDeutsche Medaillenkleinode des 16. und 17. Jahrhunderts
Ort der VeröffentlichungWürzburg
Jahr der Veröffentlichung1981
Fabian 1981 212-216
Autor/inEkkehardt Fabian
TitelGregor Brück (Bruck, gen. Pontanus)
Veröffentlichungin Gerhard Krause, Gerhard Müller, eds., Theologische Realenzyklopädie, Berlin 1981
Band7
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1981
Seiten212-216
Friedländer, Rosenberg 1979 138 No. 341 Fig. 341
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
Herausgeber/inG. Schwartz
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBasel, Boston, Stuttgart
Jahr der Veröffentlichung1979
Auct. Cat. Munich 1975 No. 1152
Herausgeber/inAuktionshaus Neumeister, Munich
TitelAuktionshaus Neumeister, München, 22-23 Okt. 1975
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung1975
Schade 1974 55 Plate 133
Autor/inWerner Schade
TitelDie Malerfamilie Cranach
Ort der VeröffentlichungDresden
Jahr der Veröffentlichung1974
Link http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schade1974
Fabian 1964 266-280
Autor/inEkkehardt Fabian
TitelCranach-Bildnisse des Reformationskanzlers Dr. Gregor Brück
ZeitschriftTheologische Zeitschrift
JahrgangJg. 20
Jahr der Veröffentlichung1964
Seiten266-280
Fabian 1957 16 Fig. 1
Autor/inEkkehardt Fabian
TitelDr. Gregor Brück 1557-1957. Lebensbild und Schriftwechselverzeichnis des Reformationskanzlers. I.U.D. Gregor Heinze-Brück zu seinem 400. Todestage
ReiheSchriften zur Kirchen- und Rechtsgeschichte
Band2
Ort der VeröffentlichungTübingen
Jahr der Veröffentlichung1957
Fabian 1955 654
Autor/inEkkehardt Fabian
TitelBrück
Veröffentlichungin Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek, ed., Allgemeine deutsche Biographie - Neue deutsche Biographie
Band2
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung1955
Seiten652-654
Fabian 1952/1953 43
Autor/inFabian
TitelNeue Goethe-Ahnenbildnisse
ZeitschriftFamilie und Volk
Jahr der Veröffentlichung1953
Seiten41-48
Fabian 1952 A
Autor/inEkkehardt Fabian
TitelVerzeichnis vom Briefwechsel des Reformationskanzlers Dr. G. Brück (1521-1553)
Ort der VeröffentlichungFrankfurt
Jahr der Veröffentlichung1952
Fabian 1951
Autor/inEkkehardt Fabian
TitelDer Reformationskanzler Dr. G. Bruck als der grosse 'Unbekannte' auf dem wiederentdeckten 'Wittenberger Reformatorenbild' von Lucas Cranach d. Ä.
Ort der VeröffentlichungFrankfurt
Jahr der Veröffentlichung1951
Posse 1943 64 No. 104
Autor/inHans Posse
TitelLucas Cranach d. Ä.
Ort der VeröffentlichungVienna
JahrgangSecond edition
Jahr der Veröffentlichung1943
Lilienfein 1942 69-70 Fig. 94
Autor/inHeinrich Lilienfein
TitelLukas Cranach und seine Zeit
Ort der VeröffentlichungBielefeld
Jahr der Veröffentlichung1942
Posse 1942 64 No. 104
Autor/inHans Posse
TitelLucas Cranach d. Ä.
Ort der VeröffentlichungVienna
Jahr der Veröffentlichung1942
Exhib. Cat. Berlin 1937 37 097 Pl. 76
Herausgeber/inStaatliche Museen, Berlin
TitelLucas Cranach d. Ä. und Lucas Cranach d. J. Gemälde, Zeichnungen, Graphik
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1937
Buchner 1933/1934 311
Autor/inErnst Buchner
TitelErwerbungen für die Galerie des Wallraf-Richartz-Museum
ZeitschriftWallraf-Richartz-Jahrbuch: Jahrbuch für Kunstgeschichte
JahrgangNF 2/3
Jahr der Veröffentlichung1934
Friedländer, Rosenberg 1932 275
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1932
Link http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/friedlaender1932
Exhib. Cat. Frankfurt 1928 A 80
Herausgeber/inStädelsches Kunstinstitut
TitelSammlung Sigmaringen. Kurzes Verzeichnis der im Städelschen Kunstinstitut ausgestellten Sigmaringer Sammlungen [Frankfurt-am-Main, Städelschen Kunstinstitut]
Ort der VeröffentlichungFrankfurt
Jahr der Veröffentlichung1928

Forschungsgeschichte / Diskussion

Das Schlangensignet und die Datierung unterscheiden sich von der üblichen Darstellungsform auf Gemälden Lucas Cranachs und seiner Werkstatt durch die auffällige Fächerform der Flügel, den Punkt über der "I" und einen weiteren schwarzen Punkt hinter der "33"

Bei genauerer Betrachtung der Abbildung [DE_BRD-GNMN_Gm1649_FR341_2010-09_Detail-011.tif} wird deutlich, dass sich Spuren von zwei mit schwarzer Farbe gezeichnete Schriftzeichen links und rechts unmittelbar neben der Schlange befinden, die in späterer Zeit reduziert und mit blauer Farbe abgedeckt wurden.

Diese Schriftzeichen können als "H" und "C" gelesen werden und eine mögliche Zuschreibung des Gemäldes an Hans Cranach unterstützen. Zwei erhaltene und Hans Cranach zugeschriebene Gemälde (Madrid, Collection Thyssen-Bornemisza) sind mit den Initialen "H C" signiert und weisen ebenfalls schwarze Punkte in Zusammenhang mit den Initialen bzw. der Datierung auf. Das Bildnisgemälde in Madrid und das Bildnis des Bürgermeisters Brück zeichnen sich zudem durch stilistische Gemeinsamkeiten aus.

Darüber hinaus könnten bei folgenden Bildern die auffällige Fächerform der Flügel und die Punkte neben oder als Teil er Datierung einen Hinweis auf die Autorenschaft Hans Cranachs liefern:

DE_SMG_SG10_FR-none

DE_NLMH_L115_FR-none

DE_UEK-smbGG_Dep27_FR315C et al.

[Heydenreich, cda 2012]

In Bundesbesitz befinden sich 17 Gemälde, die von Lukas Cranach d.Ä. oder seiner Werkstatt gefertigt wurden.

Die Provenienz des Gemäldes ist in der kunsthistorischen Literatur gut dokumentiert. Bereits im Werkverzeichnis von 1932 ist das Porträt als Eigentum des Wallraf-Richartz-Museums in Köln vermerkt.2 Im Jahre 1937 befand sich das Gemälde auf der Cranach-Ausstellung im Deutschen Museum in Berlin.3 Dort befindet sich zusätzlich der Hinweis auf eine Ausstellung der Sammlung Sigmaringen in Frankfurt a.M. im Jahre 1928, in der das Werk gezeigt wurde. In der Publikation „Lucas Cranach d.Ä.“ von Hans Posse aus dem Jahre 1942 ist ebenfalls das Wallraf-Richartz-Museum als Eigentümer genannt.4 Ferner ist dort zu erfahren, dass das Porträt aus der Sammlung Hohenzollern-Sigmaringen stammt.

Über diese aus der Literatur bekannten Provenienzangaben hinaus ermittelte die TVK München, dass das Bildnis am 12. Januar 1943 von der Münchener Kunsthandlung Bornheim als Geschenk der Stadt Köln an Hermann Göring geschenkt worden sei.5 Von den damaligen Kunstschutzoffizieren wurde es „irrtümlich“ als „Bildnis des Dr. Gregor Heintz, gen. Brück“ bezeichnet.6 Eine Verwechslung mit anderen Porträts von Würdenträgern von Cranach im Besitz Görings scheint aber nicht vorzuliegen, da das besagte Gemälde im Inventarverzeichnis der Sammlung Göring als „Portrait of a Saxon Gentlemen“ mit den Maßen 36x40 cm und dem Entstehungsjahr 1535 verzeichnet ist.7 Die abweichenden Maße und das Jahr beruhen vermutlich nur auf eine Ungenauigkeit beim Erstellen des Verzeichnisses, denn dieser Titel taucht dort nur einmal auf. Der Leihnehmer hat das Werk hingegen auch als „Bildnis des kursächsischen Kanzlers Gregor Brück“ ausgestellt.8 Brück war der Schwiegersohn des Künstlers.

Die neueren Recherchen zu Walter Bornheim ergaben, dass er der Inhaber der Galerie für alte Kunst in München war.9 Als der bekannte Münchener Kunsthändler Franz Drey von der Kunsthandlung A.S. Drey 1936 Deutschland aufgrund seiner jüdischen Abstammung verlassen musste, trat dessen Anwalt Dr. Alexander Spengler an Bornheim mit dem Vorschlag heran, die Firma A.S. Drey zu übernehmen. Bornheim, der nie der NSDAP angehörte, übernahm zusammen mit seiner Frau die Firma und das Lager mit Kunstgegenständen im Wert von RM 300.000.

Zum Erwerb des „Bildnis eines vornehmen sächsischen Herrn“ von Cranach kam es durch Tausch.10 Bornheim bot dem Walraff-Richartz-Museum die Statue einer „Madonna mit Kind“ aus dem 12. Jahrhundert an. Da das Museum die Kaufsumme nicht aufbringen konnte, bot es Bornheim 16 Gemälde aus seinem Bestand und RM 300.000 als Gegenleistung an. Nachdem Hermann Göring diesem Vorgang zugestimmte hatte, wurde das Geschäft durchgeführt. Göring übernahm gegen Bezahlung vier Gemälde aus Museumsbestand, darunter auch das „Porträt eines sächsischen Prinzen“ von Cranach, wobei es sich um das hier interessierende Gemälde handelt.

Es scheint sich hier um einen regulären Tauschvorgang gehandelt zu haben. Anhaltspunkte für einen verfolgungsbedingten Verlust des Gemäldes liegen bisher nicht vor.

Stand: 2003

1 Für das Folgende vgl. Saur 1999, Bd. 22, S. 169f.

2 Friedländer/Rosenberg 1932, Kat.Nr. 275.

3 Lukas Cranach 1937, Kat.Nr. 97, Abb. Tf. 76.

4 Posse 1942, Kat.Nr. 104.

5 Göring Report, S. 126.

6 Vgl. BADV Berlin, Property Card, Mü-Nr. 5739.

7 Vgl. das Inventarverzeichnis der Sammlung Göring vom 4.8.1945 als Faksimile bei Haase 2000, S. 291.

8 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gregor_Br%C3%BCck.jpg [3.2.2006].

9 Für das Folgende vgl. Haase 2000, S. 31.

10 Für das Folgende vgl. Ebd., S. 33f.

[http://www.badv.bund.de/DE/OffeneVermoegensfragen/Provenienzrecherche/Provenienzen/Daten/5000_5999/5739.html] (accessed 29.01.2015)

  • Bildnis des Kanzlers Gregor Brück, 1533

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Kunsttechnologische Untersuchung

10. 2010Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot Reflektographie
  • irr

Unterzeichnung

BESCHREIBUNG

Zeichengerät/Material:

- trockenes Zeichenmedium, (dunkle Kreide/Metalstift ?)

Typ/Duktus:

- nachvollziehende lineare Zeichnung

- zarte, feine Linien

Funktion:

- verbindlich für die Malerei; Hauptkonturen und Binnenformen angegeben; keine plastische Wiedergabe

Abweichungen:

- kleine Präzisierungen der Form während des Malprozesses

INTERPRETATION

Zuschreibung:

- nicht möglich

Anmerkungen:

- eventuell von einer Vorzeichnung übertragen (Pausverfahren)

[Smith, Sandner, Heydenreich, cda 2012]

  • fotografiert von Gunnar Heydenreich
  • fotografiert von Ingo Sandner

1997Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot-Reflektografie
  • Lichtmikroskopische Oberflächenuntersuchung

Bildträger

- 4 Bretter, horizontal verleimt

- Breiten von oben links 4,2, 14,5, 12,3, 11,5 cm rechts 4,0, 15,0, 12,2, 11,4 cm

- Stärke auf 0,4-0,7 cm gedünnt

- Format unten und rechts beschnitten

Rückseite:

- Falz rechts original

Grundierung und Imprimitur

- Oben gerissene Grundier- und Malkanten, links Grundierkanten mit Tafelkante identisch, Malkanten dagegen gerissen

- Hellrote Imprimatur, Mennigerote Pigmente mit Weiß vermischt, partienweise Weißanteil so hoch, dass das Rot z. B. im Gesicht punktuell nicht mehr erkennbar ist

Unterzeichnung

- Stift

- Kontur- und Binnenzeichnung.

- An helleren Stellen wie den Augenlidern gepunktet; das Barett größer

Farbschichten und Metallauflagen

- Geringfügige Korrekturen am Barett und am Schulterkragen

[Bartl, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Erhaltungszustand

Datum1997

Bildträger:

  • Ecke rechts unten durch Lindenholz ersetzt

  • Alter starker Schädlingsbefall.

  • Fugen neu verleimt, zerstörtes Holz an den Fugrändern durch Holzkitt ergänzt - Zahlreiche, durch Fraßgänge bedinge Risse in den beiden unteren Brettern

  • Einzelne Bretter leicht verworfen

  • Format unten und rechts beschnitten

Rückseite:

  • Oberer Rand 1,5 cm hoch und 0,2 cm tief eingefalzt und mit Nadelholzleiste aufgedoppelt

  • Risse unten mit weißlichem Leim, in der Tafelmitte mit Holzklötzchen gesichert

  • Hochparkett

Bildseite:

  • Ältere Kittungen und Ergänzungen am unteren Rand

[Bartl, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Restaurierungsgeschichte

Datum1967

  • Abnahmen von Firnis und Übermalung

  • Fugen neu verleimt, verkittet und retuschiert

[Bartl, Cat. Nuremberg 1997, 150]

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

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<Autorenname>, 'Bildnis des Kanzlers Gregor Brück', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_BRD-GNMN_Gm1649/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
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'Bildnis des Kanzlers Gregor Brück', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_BRD-GNMN_Gm1649/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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