- Zuschreibungen
-
Werkstatt Lucas Cranach der Ältere
Lucas Cranach der Ältere
Zuschreibungen
| Werkstatt Lucas Cranach der Ältere | [Cat. Kassel 1997, 70] |
| Lucas Cranach der Ältere | [Exhib. Cat. Gotha, Kassel 2015, 270] |
- Datierung
- nach 1526 oder um 1530 - 1531
Datierung
| nach 1526 oder um 1530 - 1531 | [Cat. Kassel 1997, 70] [Exhib. Cat. Gotha 2015, No. 94] |
- Maße
- Maße Bildträger: 87,4 x 57,5 x 0,6 cm (an allen Seiten beschnitten)
Maße
Maße Bildträger: 87,4 x 57,5 x 0,6 cm (an allen Seiten beschnitten)
[Cat. Kassel 1997, 70]
- Signatur / Datierung
Bezeichnet links unten mit dem Schlangensignet mit aufrechten Flügeln, nach rechts gewandt
Signatur / Datierung
Bezeichnet links unten mit dem Schlangensignet mit aufrechten Flügeln, nach rechts gewandt
[cda 2013]
- Inschriften
- Auf dem Schwert: "N"
- Auf der Münze:
"LVDOVICUS PRIM[us]: [D für Dei fehlt] GRACIA: RInschriften
Inschriften:
- Auf dem Schwert: "N"
- Auf der Münze:
"LVDOVICUS PRIM[us]: [D für Dei fehlt] GRACIA: R[ex]: BO[emiae]:"
("Ludwig von Gottes Gnaden König von Böhmen")
[Cat. Kassel 1997, 70]
- Beschriftungen
Rückseite:
- Klebezettel der Staatl. Museen Kassel[Cat. Kassel 1997, 70]
Beschriftungen
spätere Beschriftungen, Stempel, Siegel:
Rückseite:
- Klebezettel der Staatl. Museen Kassel
[Cat. Kassel 1997, 70]
- Eigentümer
- Museumslandschaft Hessen Kassel
- Besitzer
- Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel
- Standort
- Kassel
- CDA ID
- DE_MHK_GK16
- FR (1978) Nr.
- FR230H
- Permalink
- https://lucascranach.org/de/DE_MHK_GK16/
Provenienz
- vermutlich bereits im 16. oder frühen 17. Jh. erworben; erstmals nachweisbar unter Landgraf Carl (reg. 1677-1733)
- unter König Jérôme abhanden gekommen
- 1817 in Kassel wiedergefunden
[Cat. Kassel 1997, 70]
Ausstellungen
Frankfurt, London 2007/2008, Nr. 99
Rom 2010, Nr. 31
Gotha/Kassel 2015, Nr. 94
Quellen / Publikationen
| Erwähnt auf Seite | Katalognummer | Tafel | |||||||||||||
| Cat. Coburg 2018 | 192, fn. 4 | under no. 42 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Exhib. Cat. Prague 2016 | 145 | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Exhib. Cat. Gotha, Kassel 2015 | 270, 271 | 94 | Pl. p. 271 | ||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Lange 2015 | 30, 40 | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Exhib. Cat. Rome 2010 | 231 - 233 | No. 31 | Pl. p. 233 | ||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Exhib. Cat. Frankfurt 2007 | 320-321 | 99 | p. 321 | ||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1997 | 70-76 | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1996 | |||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1982 | 27-29 | p. 76 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Friedländer, Rosenberg 1979 | 117 | 230H | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1969 | 17, 78 | pl. 5 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1958 | 47 | 16 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Friedländer, Rosenberg 1932 | 190H | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1929 | 18, 99 | 16 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Glaser 1923 | 233 | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1913 | 13 | 16 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Michaelson 1902 | 108 | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1888 | 5 | 7 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1877 | 2 | 11 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1866 | 31 | ||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Lotz 1862 | 139 | 11 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1845 | 4 | 11 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1830 | 3 | 11 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1819 | 2-3 | 10 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
| Cat. Kassel 1783 | 180 | 55 | |||||||||||||
|
|||||||||||||||
Forschungsgeschichte / Diskussion
Auch mit der Judith in Kassel ist wohl eine religionspolitische Aussage intendiert. ln diesem Zusammenhang kommt dem Taler am Barett eine besondere Rolle zu. Sein exponierter Platz direkt auf der Mittelachse über dem Kopf des Holofernes deutet darauf hin, dass er nicht nur als Zierrat gedacht ist, sondern mit dem Bildthema inhaltlich in Beziehung steht. Er gleicht in dieser Hinsicht all jenen Medaillen, die auf Tafelbildern eine spezifische Bedeutung haben. So trägt Kaiser Maximilian auf Bildnissen von Dürer eine Medaille mit Maria, seiner Schutzheiligen, am Barett. Der sächsische Kanzler Georg Brück ließ sich von Cranach d. Ä. mit der Bildnismedaille Johann Friedrichs porträtieren, um damit dessen Wohlwollen ihm gegenüber wie die eigene Ergebenheit dem Kurfürsten gegenüber zu demonstrieren. DerJoachimstaler am Barett der Judith spielt auf Ludwig I. von Böhmen an, der als Kämpfer gegen die Türken in die Geschichte einging. 1526 verlor er, erst 20jährig, bei der Schlacht von Mohacz sein Leben. Wer die lateinische Umschrift auf dem Taler zu lesen verstand, wurde an den jung gefallenen Türkenkämpfer erinnert und konnte die Kasseler Judith als Rächerin gegen die Türken auffassen, wie dies ebenfalls in den wenig späteren Werken von Sixt Birck und Hans Sachs geschieht. Sie stellten in ihren Werken aktuelle Bezüge durch die Gleichsetzung der Assyrer mit den Türken her und konnten sich auf Luthers Empfehlung berufen, das Buch Judith gäbe eine "gute, ernste, tapfere Tragödie" her. Freilich verkörperte die Kasseler Judith in diesem Fall keine protestantische Symbolfígur, sondern bezöge sich auf den allgemeinen großen Reichsfeind, mit dem sich Katholiken und Protestanten gleichermaßen auseinanderzusetzen hatten.
[Cat. Cassel 1997, 73]
[...] Nur selten wird er [der Hintergrund], wie bei dem Gemälde aus Kassel, durch einen reizvollen Landschaftsausblick ergänzt. [1] Hier lässt sich der dunkle, schräg angeschnittene Fond mit dem Zelt des Feldherrn, dem Tatort assoziieren. Die sehr aufwendig gestaltete Kleidung wurde in nur leichter Abwandlung ebenfalls für das Idealbildnis einer höfischen Dame verwendet, das um 1530 datiert wird. [...]
Aüffällig gegenüber anderen Darstellungen des Themas ist die deutliche Frontalität der Judith, die ansonsten fast durchweg stärker nach links gewendet und schräg im Bildraum positioniert erscheint. Damit erreicht Cranach eine Annäherung an Darstellungen der 'Justitia', denen auch das aufgerichtete Schwert als Zeichen der Gerichtsbarkeit zu eigen ist. Beispiele hierfür finden sich wohl bei Cranach als auch auf zeitgenössischen Münzen der sächsischen Kurfürsten. [2] Diese Parallelen unterstreichen die symbolische Bedeutung der Judith als Beispiel der göttlichen Gerechtigkeit, die gegen Holofernes vollstreckt wurde. Das blutige Schwert verweist mit der Initiale "N" auf der Klinge knapp oberhalb des Griffs auf König Nebukadnezar, dem Holofernes als Feldherr diente. [3] Hiermit verbindet sich eine eindeutige Warnung an den tyrannischen König, der ebenfalls Gottes Gerechtigkeit zu fürchten hat.
[1] es wird angenommen, dass sich Cranach damit auf einen venzianischen Typus bezieht. Exhib. Cat. Basel, 1974, 418
[2] Exhib. Cat. Brussels 2010, 197; Cat. Kassel 1997, 74
[3] Exhib. Cat. Frankfurt 2007, 320
[Exhib. Cat. Gotha, Kassel 2015, 270]