Lukretia

Lukretia

Titel

Lukretia

[Exhib. Cat. Chemnitz 2005, 534]
[Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Malerei auf Holz

Material / Technik

Malerei auf Holz

[Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Das Gemälde zeigt die antike Heldin Lucretia als stehende Dreiviertelfigur in einem zeitgenössischen Gewand.

Das Gesicht mit gesenktem Blick ist leicht zur rechten Bildseite geneigt. In ihrer rechten, erhobenen Hand hält Lucretia den kurzen Dolch mit der Spitze nach unten gegen sich richtet, während ihre linke Hand elegant die

Das Gemälde zeigt die antike Heldin Lucretia als stehende Dreiviertelfigur in einem zeitgenössischen Gewand.

Das Gesicht mit gesenktem Blick ist leicht zur rechten Bildseite geneigt. In ihrer rechten, erhobenen Hand hält Lucretia den kurzen Dolch mit der Spitze nach unten gegen sich richtet, während ihre linke Hand elegant die Schaube hält. Diese ist grün und pelzverbrämt und liegt auf ihren beiden Schultern auf. Unter der Schaube trägt Lucretia ein kostbares Gewand von roter Farbigkeit mit gebauschten, weißen Ärmeln, das geöffnet ist und somit ihren Oberkörper entblößt. Zu dem Gewand trägt Lucretia ebenso kostbare Schmuckstücke: ein edelsteinbesetztes Halsband und drei Gliederketten. Dazu ist ihr Haar unter einer Haube aufgesteckt.

Der Hintergrund ist dunkel.

[Herrschaft, CDA 2010]

Der Legende nach lebte Lucretia im 6. Jh. v. Chr. und war die schöne und tugendhafte Frau des Römers Collatinus. In sie verliebte sich der Sohn des Römischen Königs - Sextus Tarquinius. Bei einem Aufenthalt in ihrem Haus drohte Sextus, sie zu töten und ihre Ehre zu beflecken, wenn sie sich ihm nicht hingab. Nach der Vergewaltigung ließ Lucretia ihren Mann und ihren Vater Rache schwören und erdolchte sich. Das Geschehene führte zum Volksaufstand, in dem die Königsfamilie gestürzt und das Römische Reich zur Republik wurde.

Als Inbegriff weiblicher Tugendhaftigkeit, Keuschheit, Treue und Ehre erfreute sich die Darstellung der Lucretia besonders im 16. Jh. großer Beliebtheit.

[Literatur zum Thema: Bierende 2002, Follak 2002, Livius 1909]

Zuschreibungen
Kopie nach Lucas Cranach dem Älteren
Lucas Cranach der Ältere

Zuschreibungen

Kopie nach Lucas Cranach dem Älteren

[handschriftliche Mitteilung D. Koepplin an Van Ham auf der Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Lucas Cranach der Ältere

[Exhib. Cat. Chemnitz 2005, 534]

Lucas Cranach der Ältere , Werkstatt

[Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Fälschung nach Lucas Cranach dem Älteren

[Briefwechsel D. Koepplin und J. Herrschaft, 2011]

Datierungen
vor 1722
1548

Datierungen

vor 1722

[Herrschaft, CDA 2010]

1548

[Datierung wahrscheinlich nicht authentisch]

Maße
Maße Bildträger: 77,3 x 53 cm

Maße

  • Maße Bildträger: 77,3 x 53 cm

  • [Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Signatur / Datierung
Bezeichnet über Lucretias linker Schulter: Schlangensignet (mit stehenden Flügeln) und Datierung "1548"

Signatur / Datierung

  • Bezeichnet über Lucretias linker Schulter: Schlangensignet (mit stehenden Flügeln) und Datierung "1548"

  • [Exhib. Cat. Chemnitz 2005, 534]

  • [Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Inschriften und Beschriftungen
In der rechten unteren Bildecke mit der Inventarnummer der Kurfürstlichen Sammlung in Dresden bezeichnet: 351 Bei der Generalinventarisierung der Kurfürstlichen Sammlung …

Inschriften und Beschriftungen

Stempel, Siegel, Beschriftungen:

  • In der rechten unteren Bildecke mit der Inventarnummer der Kurfürstlichen Sammlung in Dresden bezeichnet: 351
  • [Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]
  • Bei der Generalinventarisierung der Kurfürstlichen Sammlung 1722 - 1728 wurden alle Nummern mit Ölfarbe in die rechte untere Bildecke gesetzt.
  • [Exhib. Cat. Chemnitz 2005, 534]
Eigentümer
Privatbesitz
Besitzer
Privatbesitz
CDA ID
PRIVATE_NONE-P003
FR (1978) Nr.
FR-none
Permalink
https://lucascranach.org/de/PRIVATE_NONE-P003/

Provenienz

  • Kurfürstliche Sammlung Dresden, Inventar von 1722 - 1728 (B 351)
    [Exhib. Cat. Chemnitz 2005, 534]
  • 1769 Verkauf an Carl Heinrich von Heineken
    [Exhib. Cat. Chemnitz 2005, 534]
  • 1937, Sammlung Mayring, Nürnberg
    [Notiz auf einem Glasplattennegativ, SMB, Gemäldegalerie, Fotoarchiv]
  • Auktion, Fischer, Luzern, 29.11.1966, Los 2107
    [Dorotheum online database: https://www.dorotheum.com/de/l/460441/; accessed 01.09.2020]
  • 21.11.2008 Versteigerung bei Van Ham, Köln
    [Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Auct. Cat. Cologne 2008 No. 270
Herausgeber/inVan Ham Kunstauktionen, Cologne
TitelAuktionskatalog Van Ham, Auktion 270, 21.11.2008
Ort der VeröffentlichungCologne
Jahr der Veröffentlichung2008
Exhib. Cat. Chemnitz 2005 534
Herausgeber/inHarald Marx, Karin Kolb, Ingrid Mössinger
TitelCranach Anlässlich der Ausstellung Cranach vom 13. November 2005 bis 12. März 2006 in den Kunstsammlungen Chemnitz. Eine Ausstellung in Kooperation mit der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Ort der VeröffentlichungCologne
Jahr der Veröffentlichung2005
Kolb 2005 C 534, 565
Autor/inKarin Kolb
TitelDokumentation zum Dresdener Cranach-Bestand
Veröffentlichungin Harald Marx, Ingrid Mössinger, Karin Kolb, eds., Cranach. Gemälde aus Dresden, Exhib. Cat. Chemnitz
Ort der VeröffentlichungCologne
Jahr der Veröffentlichung2005
Seiten526-572
Bierende 2002
Autor/inEdgar Bierende
TitelLucas Cranach d.Ä. und der deutsche Humanismus. Tafelmalerei im Kontext von Rhetorik, Chroniken und Fürstenspiegeln
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung2002
Follak 2002
Autor/inJan Follak
TitelLucretia zwischen positiver und negativer Anthropologie: Coluccio Salutatis Declamatio Lucretie und die Menschenbilder im exemplum der Lucretia von der Antike bis in die Neuzeit
Ort der VeröffentlichungKonstanz
Jahr der Veröffentlichung2002
Link http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-opus-9144

Forschungsgeschichte / Diskussion

Im Auktionskatalog von Van Ham ist vermerkt, dass das Gemälde in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden unter Leitung von Fr. Dr. Karin Kolb auf die Echtheit von Signatur, Jahreszahl und Inventarnummer hin untersucht wurde. Die Experten bestätigten deren Authentizität. Somit gilt das Jahr 1548 als Entstehungsdatum und die Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. als ausführender Betrieb.

[Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

D. Koepplin hingegen hält das Bild für eine Kopie nach Cranach inklusive kopierter Signatur, wie er in einem Brief an Van Ham äußerte. Aufgrund der harten Malweise, die mit Cranach und seiner Werkstatt gänzlich unverträglich ist, bezeichnet D. Koepplin das Bild als Fälschungskopie, die vermutlich nicht vor dem 18. Jahrhundert entstand.

[handschriftliche Mitteilung D. Koepplin an Van Ham auf der Kopie des Katalogtextes aus Auktion 270, 21.11.2008, Van Ham im Archiv D. Koepplin, 2008]

[Briefwechsel D. Koepplin und J. Herrschaft, 2011]

Koepplins Annahme ist aus zwei Aspekten logisch: Zum einen handelt es sich bei der Signatur um eine Schlange mit stehenden Flügeln. Diese Art der Bezeichnung war bei Cranach im Jahre 1548 bereits seit 11 Jahren nicht mehr in Verwendung, da er seit 1537 seinen Bildern die Signatur einer Schlange mit liegenden Flügeln verlieh.

Zum anderen sind die über 45 bekannten Abbildungen von Lucretia-Darstellungen zum Teil einander sehr ähnlich, doch nie vollständig identisch. Das vorliegende Bild ist – von winzigen Abweichungen abgesehen – exakt identisch mit einer Lucretia, die sich im Kunstmuseum Nischni Nowgorod (Russland) befindet. Das russische Bild ist auf 1535 datiert. Zwar wurden im Werkstattbetrieb Cranachs Vorlagen zur späteren Wiederverwendung aufbewahrt, doch scheint es unwahrscheinlich, dass ein Bild 13 Jahre nachdem es zum ersten Mal die Werkstatt verließ, in identischer Weise noch einmal produziert wurde.

Ein vergleichender Blick auf die anderen Lucretia-Darstellungen verdeutlicht die konsequenten Abwandlungen bei der Mehrfachverwendung einer Vorlage. Daher könnte es sich um eine Kopie (vielleicht sogar von 1548) nach dem Cranach-Bild in Russland von 1535 handeln.

[Herrschaft, cda 2010]

  • Lukretia, vor 1722

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Lukretia', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/PRIVATE_NONE-P003/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Lukretia', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/PRIVATE_NONE-P003/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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