Lucretia

Lucretia

Titel

Lucretia

[Friedländer, Rosenberg 1979, 80, No. 55]

Malerei auf Lindenholz

Material / Technik

Malerei auf Lindenholz

[Auct. Cat. Sotheby's 2011, 98, No. 34]

Holz

[http://www.britannica.com/; 06.01.2015]

Auf dem Gemälde ist die antike Heldin Lucretia als Halbfigur sitzend in zeitgenössischer Kleidung und mit zeitgenössischen Accessoires dargestellt.

Ihr weißes Kleid mit mehrfach gebauschten Ärmeln ist ihr über die Schulter gerutscht und entblößt den Oberkörper. Nur ihre linke Brust wird von der grünen, pelzverbrämten Schaube bedeckt. Lucretias linke Hand

Auf dem Gemälde ist die antike Heldin Lucretia als Halbfigur sitzend in zeitgenössischer Kleidung und mit zeitgenössischen Accessoires dargestellt.

Ihr weißes Kleid mit mehrfach gebauschten Ärmeln ist ihr über die Schulter gerutscht und entblößt den Oberkörper. Nur ihre linke Brust wird von der grünen, pelzverbrämten Schaube bedeckt. Lucretias linke Hand ruht auf dem Schoß, während ihre rechte Hand den langen Dolch hält. Dieser ist leicht nach oben gerichtet und berührt sie etwas unterhalb ihrer rechten Brust.

Lucretias Kopf ist leicht zur linken Seite geneigt, sie schaut den Betrachter an. Ihre braunen Locken trägt sie offen, nur mit einem schlichten, schwarzen Haarband durchzogen. Um ihren Hals trägt sie eine kunstvolle Kette und dazu eine große Gliederkette sowie eine Hobelspankette.

Der Hintergrund ist dunkel.

[Herrschaft, cda 2012]

Der Legende nach lebte Lucretia im 6. Jh. v. Chr. und war die schöne und tugendhafte Frau des Römers Collatinus. In sie verliebte sich der Sohn des Römischen Königs - Sextus Tarquinius. Bei einem Aufenthalt in ihrem Haus drohte Sextus, sie zu töten und ihre Ehre zu beflecken, wenn sie sich ihm nicht hingab. Nach der Vergewaltigung ließ Lucretia ihren Mann und ihren Vater Rache schwören und erdolchte sich. Das Geschehene führte zum Volksaufstand, in dem die Königsfamilie gestürzt und das Römische Reich zur Republik wurde.

Als Inbegriff weiblicher Tugendhaftigkeit, Keuschheit, Treue und Ehre erfreute sich die Darstellung der Lucretia besonders im 16. Jh. großer Beliebtheit.

[Literatur zum Thema: Bierende 2002, Follak 2002, Livius 1909]

Zuschreibung
Lucas Cranach der Ältere

Zuschreibung

Lucas Cranach der Ältere

[Friedländer, Rosenberg 1979, 80, No. 55]
[Aukt.Kat. Sotheby's New York 1988 im Archiv D. Koepplin]

Datierungen
um 1509 - 1510
um 1512 - 1514

Datierungen

um 1509 - 1510

[Auct. Cat. Sotheby's New York 2011, 98, No. 34]

um 1512 - 1514

[Friedländer, Rosenberg 1979, 80, No. 55]

Maße
Maße Bildträger: 60,3 x 48,9 cm

Maße

  • Maße Bildträger: 60,3 x 48,9 cm

  • [Auct. Cat. Sotheby's NY 2011, 98, No. 34]

  • Leichte Abweichungen bei Britannica:

  • 57 x 46,5 cm

  • [http://www.britannica.com/; 06.01.2015]

Signatur / Datierung
Keine
Eigentümer
Privatbesitz
Besitzer
Privatbesitz
CDA ID
PRIVATE_NONE-P063
FR (1978) Nr.
FR055
Permalink
https://lucascranach.org/de/PRIVATE_NONE-P063/

Provenienz

  • 1920 Versteigerung im Londoner Kunsthandel Art Collectors Assoc. Ltd.
    [Auct. Cat. Sotheby's 2011, 98, No. 34]
    [Friedländer, Rosenberg 1979, 80, No. 55]
  • 03.06.1988 Versteigerung bei Sotheby's, New York
    [Auct. Cat. Sotheby's 2011, 98, No. 34]
    [handschriftliche Notiz D. Koepplin im Aukt.Kat. Sotheby's NY im Archiv D. Koepplin]
  • 26.01.2012 Versteigerung bei Sotheby's, New York, Los 34
    [Auct. Cat. Sotheby's 2011, 98, No. 34]
  • 05.-16. Juli 2014 "Contemplation of the Divine" Sotheby's London
    [http://www.sothebys.com/de/auctions/ecatalogue/2014/contemplation-divine-l14906/lot.5.html]

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Friedländer, Rosenberg 1979 80 No. 055 Fig. 55
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
HerausgeberG. Schwartz
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBasel, Boston, Stuttgart
Jahr der Veröffentlichung1979
Friedländer, Rosenberg 1932 39 048 Fig. 48
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1932
Link http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/friedlaender1932

Beschreibung/ Interpretation/ Kommentare

Bei Friedländer gilt die „Maria als Schmerzensmutter" aus der Amsterdamer Sammlung Birnbaum als verwandt.

[Friedländer, Rosenberg 1932, 39, Nr. 48]

Unter den erhaltenen Gemälden mit der Lucretia-Thematik zählt dieses Werk zu den frühesten. Es ist stilistisch und im Format eng verwandt mit dem Lucretia-Gemälde in Privatbesitz, welches Cranach um 1510 – 13 schuf [FR042].

[Herrschaft, cda 2012]

  • Lucretia, um 1509 - 1510

Abbildungen

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  • overall

Kunsttechnologische Untersuchung

2011 - Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Lichtmikroskopische Oberflächenuntersuchung
  • Infrarot-Reflektografie

Bildträger

- vier Bretter mit horizontalem Verlauf, ungewöhnlich

Grundierung und Imprimitur

- weiße Grundierung, zweischichtig

- erste Schicht bindemittelreicher als zweite Schicht

- Grundiergrat entlang aller vier Tafelseiten

Unterzeichnung

- mit bloßem Auge und Infrarot keine Unterzeichnung sichtbar

Farbschichten und Metallauflagen

- Änderungen in der Komposition während des Arbeitsprozesses: Positions- und Längenänderung von Lucretias linkem Daumen, der ursprünglich wohl schmaler und unter dem Pelz des Mantels verborgen war

Rahmung

- Rahmenelemente wurden vor dem Grundieren auf die Tafel genagelt

[Auct. Cat. Sotheby´s 2011, 98, No. 34]

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Lucretia', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/PRIVATE_NONE-P063/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Lucretia', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/PRIVATE_NONE-P063/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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