Der Reformationsaltar [linker Flügel]: Taufe (Innenseite), Eherne Schlange (Außenseite)
Titel
Der Reformationsaltar [linker Flügel]: Taufe (Innenseite), Eherne Schlange (Außenseite)
[Zdunczyk, in:Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 75]
Malerei auf Laubholz
Material / Technik
Malerei auf Laubholz
[Zdunczyk, in: Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 75]
Auf der Vorderseite ist die Szene der Taufe eines Säuglings durch Philipp Melanchthon (1497-1560) gezeigt. [...] Hier wurde das Motiv um die Darstellung einer Gruppe festlich gekleideter, dem Zuschauer teilweise den Rücken zuwendender Frauen erweitert. Sie haben sich um ein stattliches Taufbecken versammelt, dessen runde Cuppa Ornamente mit grotesken Elementen
Auf der Vorderseite ist die Szene der Taufe eines Säuglings durch Philipp Melanchthon (1497-1560) gezeigt. [...] Hier wurde das Motiv um die Darstellung einer Gruppe festlich gekleideter, dem Zuschauer teilweise den Rücken zuwendender Frauen erweitert. Sie haben sich um ein stattliches Taufbecken versammelt, dessen runde Cuppa Ornamente mit grotesken Elementen schmücken. In den dekorativ geformten Ranken sind männliche Masken von Meeresungeheuern sowie die Gestalt eines an einer Säule sitzenden Mannes und eine nackte Wassernymphe zu entdecken.
Am Taufstein stehen Melanchthon als Täufer, dazu Paten und Gemeindemitglieder sowie zwei Männer, die bei der Taufe assistieren. In einem von ihnen wird mitunter Caspar Aquila (1488-1560) gesehen. Der Mann hält ein offenes Taufbüchlein, das er jedoch nicht dem Zelebranten, sondern den Zuschauern zuwendet. Aufgeschlagen ist ein Vers aus dem Markusevangelium (Mk 16, 16) links auf Deutsch, rechts auf lateinisch. Ein Mann auf der anderen Seite Malanchthons hält ein weißes Tuch, in das der Säugling nach dem eintauchen ins Taufwasser eingewickelt werden soll.
Die auf der Rückseite sichtbare Szene schidert den im 4. Buch Mose beschriebenen Moment, als das durch die Wüste ziehende Volk Israel seine Geduld verlor und über Gott und Moses zu murren begann. Da schickte Gott feurige Schlangen, deren Bisse vielen Kindern Israels den Tod brachten. Auf Bitten des reuigen Volkes setzte sich Moses für sie bei Gott ein, der ihm befahl, eine Eherne Schlange anzufertigen und sie hoch oben an einer Stange zu befestigen. Jeder Gebissene, der die so erhöhte Schlange ansah, sollte am leben bleiben, sein Glaube sollte ihn Rettung bringen (4 Mose 21,4-9). Auf der Wittenberger Tafel wurden sowohl diejenigen Israeliten dargestellt, die nach dem giftigen Biss zum sicheren Tod verurteilt waren, als auch jene, rechts im Bild stehend, die nach dem Blick auf die erhöhte Schlange ihr Leben behielten. Die rechte Hand des Moses zeigt auf das rettende Zeichen an der hohen Stange, seine linke lenkt den Blick auf die am Boden kriechenden tödlichen Schlangen.
Lucas Cranach der Ältere Lucas Cranach der Jüngere und Werkstatt
Zuschreibungen
Lucas Cranach der Ältere
und Lucas Cranach d. J. und Werkstatt
[Zdunczyk, in: Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 75]
Lucas Cranach der Jüngere und Werkstatt
und Lucas Cranach der Ältere
[Zdunczyk, in: Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 75]
Datierung
1547 - 1548
Datierung
1547 - 1548
[Zdunczyk, in: Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 75]
Maße
Maße Bildträger: 254,7 x 107 cm
Maße
Maße Bildträger: 254,7 x 107 cm
Maße des gesamten Retabels: 447 x 562 cm
[Zdunczyk, in: Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 75]
Signatur / Datierung
Keine
Inschriften und Beschriftungen
Recto:
"Der Mann auf der linke Seit Melanchthons hält ein offenes Taufbüchlein. Aufgeschlagen ist ein Vers aus dem Markusevangelium …
Inschriften und Beschriftungen
Inschriften, Wappen:
Recto:
"Der Mann auf der linke Seit Melanchthons hält ein offenes Taufbüchlein. Aufgeschlagen ist ein Vers aus dem Markusevangelium (Mk 16, 16) links auf Deutsch, rechts auf lateinisch."
Vorlagen für die Taufeszene können in den in der Cranach-Werkstatt hergestellten Titelblättern von Ausgaben des 'Kleinen Katechismus' und des 'Taufbüchleins' Martin Luthers gesehen werden.
1928 entfernte man den Pozzi-Rahmen, fügte die zeitweise von einander getrennten Tafeln wieder zusammen und schuf einen neuen Rahmen. An der Vorderseite einer damals neu angefertigten Bekrönung des Retabels brachte man die Inschrift "Einen andern Grund kann niemand legen / außer dem, der gelegt ist, welcher ist / JESUS CHRISTUS" an, während die Inschrift an der Rückseite den folgenden Wortlaut bekam: "Diese, von Lukas Cranach d. Ä. / gemalten Altarbilder wurden i. J. 1546 fertig / und i. J. 1928 neu gefaßt". Der neue Rahmen verdeckte zum Teil die Fragmente einzelner Szenendes Retabels, so z. B. unter einer Holzleiste die Gestalt einer jungen Frau, die den Worten der von Luther gehaltenen Predigt lauscht.
Zdunczyk, in: [Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 96]
Datum1811 - 1812
Während der Renovierungsarbeiten in der Kirche 1811/12 wurde das Retabel von einem prächtigen, von Carlo Ignazio Pozzi (1766-1842) entworfenen architektonischen Rahmen eingefasst [mit gotisierender Form]. Damals wurde auch die Rückseite des Retabels zugemauert.
Zdunczyk, in: [Harasimowicz, Seyderhelm 2015, 95]
Zitieren aus dem Cranach Digital Archive
Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Der Reformationsaltar [linker Flügel]: Taufe (Innenseite), Eherne Schlange (Außenseite)', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_ESKStMW_NONE-ESKStMW001b/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
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