Christus und die Ehebrecherin

Christus und die Ehebrecherin

Titel

Christus und die Ehebrecherin

[Stiftung Schloss Friedenstein, revised 2011]

Christus mit der Ehebrecherin

[Verzeichnis 1826, fol. 74, No. 170][1] [1][Exhib. Cat. Gotha 1994, 53]

Malerei auf Buchenholz

Material / Technik

Malerei auf Buchenholz

[Exhib. Cat. Gotha 1994, 53, 214]
[Klein, Bericht 1994]

Die kleinformatige Tafel aus Gotha zeigt die durch Cranach und seine Werkstatt überaus häufig verbildlichte Episode der Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin. Vor schwarzem Hintergrund füllt der in ein blaues Untergewand und einen leuchtend roten Umhang gewandete Jesus das Mittelfeld des Bildes. Mit der Linken umgreift er das Handgelenk der

Die kleinformatige Tafel aus Gotha zeigt die durch Cranach und seine Werkstatt überaus häufig verbildlichte Episode der Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin. Vor schwarzem Hintergrund füllt der in ein blaues Untergewand und einen leuchtend roten Umhang gewandete Jesus das Mittelfeld des Bildes. Mit der Linken umgreift er das Handgelenk der links von ihm stehenden Sünderin, auf die er zugleich mit der geöffneten Handfläche seiner Rechten weist. Die Frau ist mit leicht gesenktem Kopf gezeigt, wobei sich ihr Blick dem Betrachter zuwendet. Sie trägt ein rotes Kleid, dessen Schnürung geöffnet ist, so dass ihre Brüste entblößt sind. Ihr rechter Arm wird von einem Gerüsteten umfasst. Ein zweiter, auf der linken Bildhälfte gezeigter Kriegsknecht hält mehrere steine für die erwartete Hinrichtung der Sünderin bereit. Weitere Schriftgelehrte und Pharisäer umstehen die Ehebrecherin und Jesus zu beiden Seiten.

[Benjamin D. Spira, in Exhib. Cat. Gotha, Kassel 2015, 198]

Zuschreibungen
Werkstatt Lucas Cranach der Ältere
Lucas Cranach der Jüngere

Zuschreibungen

Werkstatt Lucas Cranach der Ältere

[cda 2010]

"Nach Lucas Cranach der Jüngere"
[Exhibit. Cat. Gotha 1994, 53]
"Cranach's Schule"
[Schneider 1868, Abt. V, No. 103]

Lucas Cranach der Jüngere

[Exhib. Cat. Gotha/Kassel 2015, 198]
"Scheibler: Vielleicht Cranach d. J."
[Aldenhoven 1890, No. 364, Fn. p. 126]

Lucas Cranach der Ältere

"von Lucas Cranachen: ein Original" [1]
[1][Inventar 1721, fol. 166, No. 68]
[Exhib. Cat. Gotha 1994, No. 1.23]

Datierung
um 1540 - 1550

Datierung

um 1540 - 1550

[Exhib. Cat. Gotha 2015, No. 55] [...] nicht früher als um 1545 dürfte das kleine bild entstanden sein.[Exhib. Cat. Gotha 1994, 53]

Maße
Maße Bildträger: 14,7 x 19,7 x 0,25 cm

Maße

  • Maße Bildträger: 14,7 x 19,7 x 0,25 cm

  • [cda 2010]

Signatur / Datierung

Bezeichnet oben in der Mitte, rechts vom Haupt Christi (wahrscheinlich spätere Zutat): nach links ausgerichtetes Schlangensignet; in gelber Farbe

Signatur / Datierung

  • Bezeichnet oben in der Mitte, rechts vom Haupt Christi (wahrscheinlich spätere Zutat): nach links ausgerichtetes Schlangensignet; in gelber Farbe

Inschriften und Beschriftungen
  • unterhalb der oberen Bildkante:

"WER VNTER EVCH ON SVNDE IST. DER WERFE DEN ERSTEN STEIN AVFF SIE. IOHANN. AM VIII." …

Inschriften und Beschriftungen

Inschriften, Wappen:

    • unterhalb der oberen Bildkante:
  • "WER VNTER EVCH ON SVNDE IST. DER WERFE DEN ERSTEN STEIN AVFF SIE. IOHANN. AM VIII."

Stempel, Siegel, Beschriftungen:

  • Rückseitig auf dem Bildträger: - oben Mitte:

  • rot bezeichnet: A oder AL ligiert

    • an der rechten Seite:
  • liegendes schwarzes "i"

  • [Exhib. Cat. Gotha 1994, 53]

    • Rechte Seite:
  • Bedruckter gelber Aufkleber: "Schloßmuseum Gotha/Inv. Nr.:/S.G. Nr.:/Alte Nr.:"; handschriftlicher Eintrag in schwarzer Tinte: "51"; "11"; "364".

    • Unten mittig:
  • handschriftlich mit roter Tinte: "Zentral-Museum/Gotha/11/(364)"

Eigentümer
Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha
Besitzer
Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha
Standort
Gotha
CDA ID
DE_SMG_SG11
FR (1978) Nr.
FR-none
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_SMG_SG11/

Provenienz

  • In Schloss Gotha seit 1721 [Inventar 1721, fol. 166, No. 68][1]

[1][Exhib. Cat. Gotha 1994, 53]

Ausstellungen

Gotha 1994, Nr. 1.23
Gotha 2001, Nr. 1.25
Gotha, Kassel 2015, Nr. 55

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Exhib. Cat. Gotha, Kassel 2015 198, 199 55 Pl. p. 199
Herausgeber/inJulia Carrasco, Justus Lange, Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha, Benjamin D. Spira, Timo Trümper
TitelBild und Botschaft. Cranach im Dienst von Hof und Reformation, [Gotha, Herzogliches Museum; Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister, Schloss Wilhelmshöhe]
Ort der VeröffentlichungHeidelberg
Jahr der Veröffentlichung2015
Spira 2015 57, 58 Fig. 8
Autor/inBenjamin D. Spira
TitelLucas Cranach, der Maler Luthers. Der Hofmaler und der Reformator - Bindung, Bilder und Bedeutung
Veröffentlichungin Julia Carrasco, Justus Lange, Benjamin D. Spira, Timo Trümper, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha and Museumslandschaft Hessen Kassel, eds., Bild und Botschaft. Cranach im Dienst von Hof und Reformation, [Exhib. Cat. Gotha, Kassel]
Ort der VeröffentlichungHeidelberg
Jahr der Veröffentlichung2015
Seiten51-62
Exhib. Cat. Gotha 2001 1.25
Herausgeber/inGotha Kultur, Allmuth Schuttwolf
TitelErnst der Fromme (1601-1675), Bauherr und Sammler. Katalog zum 400. Geburtstag Herzog Ernsts I. von Sachsen-Gotha und Altenburg
Ort der VeröffentlichungGotha
Jahr der Veröffentlichung2001
Exhib. Cat. Gotha 1994 53
Herausgeber/inStiftung Schloss Friedenstein, Gotha
TitelGotteswort und Menschenbild. Werke von Cranach und seinen Zeitgenossen
Ort der VeröffentlichungGotha
Jahr der Veröffentlichung1994
Klein 1994 B 214
Autor/inPeter Klein
TitelHolzartenbestimmung und dendrochronologische Analyse an Gemäldetafeln von Lucas Cranach d.Ä. und seiner Werkstatt
VeröffentlichungAllmuth Schuttwolf, ed., Gotteswort und Menschenbild. Werke von Cranach und seinen Zeitgenossen, Exhib. Cat. Gotha
Ort der VeröffentlichungGotha
Jahr der Veröffentlichung1994
Seiten210-219
Schade, Schuttwolf 1994 53, 77 1.23 Fig. p. 53, Pl. p. 77
Autor/inWerner Schade, Allmuth Schuttwolf
TitelMalerei und Plastik
Veröffentlichungin Allmuth Schuttwolf, ed., Gotteswort und Menschenbild. Werke von Cranach und seinen Zeitgenossen, Exhib. Cat. Gotha
Ort der VeröffentlichungGotha
Jahr der Veröffentlichung1994
Seiten15-94

Forschungsgeschichte / Diskussion

[...] die Gothaer Tafel [ist] schon 1721 auf Schloss Friedenstein belegt. Mehr noch führt das damals verfasste Inventar an, dass die Tafel ursprünglich aus Altenburg stammt. Wie Sachsen-Gotha entstand auch das Herzogtum Sachsen-Altenburg durch Landesteilung unter den Nachfahren Johann Friedrichs des Großmütigen. Die Gothaer Tafel stammt daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus dem Besitz der ernestinischen Kurfürsten.

Neben der Tafel aus Gotha lässt sich für das 16. Jahrhundert nur im Falle der St. Annaberger Tafel, die ursprünglich als Epitaph der 1571 verstorbenen Elizabeth Kantz Verwendung fand, nachweislich ein luterischer Entstehungskontext postulieren.

Schade und Schuttwolf haben berechtigte Zweifel, die kleinformatige Tafel als eigenständiges Werk Cranachs zu benennen. Dessen ungeachtet lässt das nicht nachträglich ausgeführte Schlangensignet und der von Cranachschen Arbeiten geprägte stil der Ausführung nicht an einer Entstehung innerhalb der Werkstatt zweifeln. Mehr noch sprechen die Abmessungen des Gemäldes für jene Zuweisung. so entsprechen die Maße der Tafel dem von der Cranach-Werkstatt wiederholt verwendeten Bildformat, das u. a. auch für Bildnisse Luthers und Katharinas von Bora, Philipp Melanchtons, Friedrichs des Weisen und Johannes des Beständigen Verwendung fand.

[Benjamin D. Spira, in Exhib. Cat. Gotha, Kassel 2015, 198]

  • Christus und die Ehebrecherin, um 1540 - 1550

Abbildungen

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Kunsttechnologische Untersuchung

04. 2010Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot-Reflektografie
  • irr

Underdrawing

- eine Unterzeichnung ist nicht eindeutig sichtbar

[Smith, Sandner, Heydenreich, cda 2012]

  • fotografiert von Gunnar Heydenreich
  • fotografiert von Ingo Sandner

17.03.1994Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Holzartenbestimmung / Dendrochronologie

Bildträger

"Die einteilige Gemäldetafel (14,7 x 19,7 cm) ist aus Buchenholz gearbeitet. Es ließen sich 101 Jahrringe messen, die mit einer Buchenholzchronologie zwischen die Jahre 1530 und 1430 eingeordnet werden konnten. Der jüngste datierbare Jahrring stammt somit aus dem Jahre 1530.

Da bei Buchenholz normalerweise der gesamte Querschnitt genutzt und nur die Rinde entfernt wurde, kann von einem frühesten Fälldatum ab 1530 ausgegangen werden. Bei einer minimalen Lagerzeit des Holzes von zwei Jahren könnte das Gemälde ab 1532 entstanden sein."

[Exhib. Cat. Gotha 1994, 53]

  • analysiert von Peter Klein

1966Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Röntgengrobstrukturanalyse

Röntgenbefund

"Gegenstück zu Inv.-Nr. 46/6. Auch hier sehr sorgfältiger Bleiweißauftrag. Inkarnat positiv-plastisch/-förmiges Zeichen hinter der Schrift bei 'werfe'. (Bezw. auf Rückseite A). Keine Pentimente. Man sieht mehrere Farbausbrüche, die mit Bleiweiß ausgebessert sind. Maserungsverlauf senkrecht. Beurteilung: Das Röntgenbild deckt bei beiden Gemälden eine hohe zeichnerische und malerische Qualität auf. Ein figürlich ähnliches Bild: der Sterbende, L. Cranach d. Ä., Leipzig, zeigt einen breiteren Farbauftrag, möglicherweise handelt es sich bei den Gotha-Bildern um Arbeiten seines Sohnes."

Martin Meier-Siem, Hamburg 1966

[Exhib. Cat. Gotha 1994, 53]

  • untersucht von Martin Meier-Siems

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Christus und die Ehebrecherin', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_SMG_SG11/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
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