Venus mit Amor als Honigdieb

Venus mit Amor als Honigdieb

Titel

Venus mit Amor als Honigdieb

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Malerei auf Eichenholz

Material / Technik

Malerei auf Eichenholz

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]
[Klein, Bericht 1997]

Die Göttin Venus und ihr Sohn Cupido stehen neben einem Baum am Rande einer kleinen Waldes. Sie trägt eine goldene Halskette, einen breiten roten Hut und eine goldgewebte Haube. Ihr Blick gilt dem Betrachter. Sie hält einen durchsichtigen Schleier vor ihrer Hüfte. Cupido, in seiner Hand eine Honigwabe aus dem

Die Göttin Venus und ihr Sohn Cupido stehen neben einem Baum am Rande einer kleinen Waldes. Sie trägt eine goldene Halskette, einen breiten roten Hut und eine goldgewebte Haube. Ihr Blick gilt dem Betrachter. Sie hält einen durchsichtigen Schleier vor ihrer Hüfte. Cupido, in seiner Hand eine Honigwabe aus dem Baumstamm haltend, wird von den Bienen attackiert und ruft seine Mutter um Hilfe an.

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Zuschreibung
Kopie nach Lucas Cranach dem Älteren

Zuschreibung

Kopie nach Lucas Cranach dem Älteren

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Datierung
1580 - 1620

Datierung

1580 - 1620

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Maße
Maße der Bildträger: 36,2 × 25,1 × 0,8 cm (14 1/4 × 9 7/8 × 5/16 Zoll)

Maße

  • Maße der Bildträger: 36,2 × 25,1 × 0,8 cm (14 1/4 × 9 7/8 × 5/16 Zoll)

  • (Stärke abgeschrägt bis auf 0.32 cm (1/8 Zoll) an den Ränder auf der Rückseite)

  • [Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Signatur / Datierung

Signiert und datiert vom Kopist, links auf dem Baumstamm [Cranachs Schlangensignet mit aufstehenden Flügeln und datiert '1530']

Signatur / Datierung

  • Signiert und datiert vom Kopist, links auf dem Baumstamm [Cranachs Schlangensignet mit aufstehenden Flügeln und datiert '1530']

  • [Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Inschriften und Beschriftungen
  • im Textfeld, oben links:
    'dvm pver alveolo fvratvr mella cvpido, / fvranti digitvm sedvla pvnxit apis. / sic etiam …

Inschriften und Beschriftungen

Inschriften, Wappen:

    • im Textfeld, oben links:
  • 'dvm pver alveolo fvratvr mella cvpido, / fvranti digitvm sedvla pvnxit apis. / sic etiam nobis brevis et moritvra volvptas / qvam petimvs tristi mixta dolore nocet'

  • [Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Stempel, Siegel, Beschriftungen:

  • Rückseitig auf der Bildträger: - auf dem Aufkleber, in kyrillisch, ts. f. t[. . .]z / ***; runder Stempel [. . .] kunst / 24.vii.28

  • [Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Eigentümer
The Metropolitan Museum of Art, New York
Besitzer
The Metropolitan Museum of Art, New York
Standort
New York
CDA ID
US_MMANY_1975-1-135
FR (1978) Nr.
FR-none
Permalink
https://lucascranach.org/de/US_MMANY_1975-1-135/

Provenienz

  • Paul Gustav Victor von Transehe-Roseneck (gest. 1928), Neu-Schwanenburg / Jaungulbene, Riga, und Berlin (von 1909) [1]
    -[Zacharias M. Hackenbroch, Frankfurt, 1928] [2]
  • Frau Albert E. (Sophie Lauer) Goodhart, NewYork (von 1934 bis zum Tod 1952)[3]
  • vererbt an Lehman
  • Robert Lehman, New York (bis zu seinem Tode 1969)
  • nach seinem Tod an die Robert Lehman Foundation und dem MMA übergeben 1975)
  • Robert Lehman Collection, 1975

[1] Neumann 1909, S. 19 - 21, Nr. 26. Vgl. Brief von Mrs. Albert E. Goodhart an Ethelwyn Manning, Frick Art Reference Library, datiert New York, 20. Dezember 1934 (Frick Art Reference Library Central Correspondence, Privatsammlung, New York City; The Frick Collection / Frick Art Reference Library Archives); Upeniece 2005.
[2] Laut Friedländer und J. Rosenberg 1932, S. 67 - 68, Nr. 204e.
[3] Vgl. in Anm. 1 zitierten Brief; vgl. außerdem Duveen Brothers, Gegenstände aus dem Apartment der alten Mrs. A. E. Goodhart entfernt, datiert 19. September 1952 (Duveen Brothers Records, box 157, folder 1, Special Collections and Visual Resources, Research Library, Getty Research Institute for the History of Art and the Humanities, Los Angeles).

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Ausstellungen

Paris 1957, Nr. 9
Cincinnati 1959, Nr. 120, Abb.
New York 1960, Nr. 15
Köln, Antwerpen 2000 - 2001, Nr. 25, Abb.
München 2001, Nr. 11, Abb.

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Cat. New York 2013 90-93 No. 20
Autor/inMaryan W. Ainsworth, Joshua P. Waterman
TitelGerman Paintings in The Metropolitan Museum of Art, 1350 - 1600
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung2013
Heydenreich 2010 A 75 67g
Autor/inGunnar Heydenreich
TitelReisende Bilder im Wandel
Veröffentlichungin Guido Messling, ed., Die Welt des Lucas Cranach. Ein Künstler im Zeitalter von Dürer, Tizian und Metsys, Exhib. Cat. Brussels
Ort der VeröffentlichungBrussels
Jahr der Veröffentlichung2010
Seiten66-79
Evans 2007 58
Autor/inMark Evans
Titel"Die Italiener, sonst so ruhmsüchtig, bieten Dir die Hand": Lucas Cranach und die Kunst des Humanismus
Veröffentlichungin Bodo Brinkmann, ed., Cranach der Ältere, Exhib. Cat. Frankfurt
Ort der VeröffentlichungOstfildern
Jahr der Veröffentlichung2007
Seiten49-61
Pérez d'Ors 2007 86, Fn. 1
Autor/inPablo Pérez d'Ors
TitelA Lutheran Idyll. Lucas Cranach the Elder's Cupid Complaining to Venus
ZeitschriftRenaissance Studies
Jahrgang21/1
Jahr der Veröffentlichung2007
Seiten85-98
Upeniece 2005 17
Autor/inDaiga Upeniece
TitelPaul von Transehe-Roseneck und die Geschichte seiner Privatkollektion
Veröffentlichungin Ingrida Raudsepa, ed., Paula fon Tranzé-Rozeneka kolekcija/Sammlung Paul von Transehe-Roseneck
Ort der VeröffentlichungRiga
Jahr der Veröffentlichung2005
Kolind Poulsen 2003 141, Fn. 11
Autor/inHanne Kolind Poulsen
TitelFläche, Blick und Erinnerung. Cranachs Venus und Cupido als Honigdieb im Licht der Bildtheologie Luthers
Veröffentlichungin Heinz Spielmann, Werner Schade, eds., Lucas Cranach. Glaube, Mythologie und Moderne, Exhib. Cat. Hamburg 2003
Ort der VeröffentlichungOstfildern-Ruit
Jahr der Veröffentlichung2003
Seiten130-143
Cat. New York 1998 43-47 No. 9 Fig.
Autor/inCharles Sterling, Maryan W. Ainsworth, Martha Wolff, Charles Talbot, Egbert Haverkamp-Begemann, Jonathan Brown, John Hayes
TitelThe Robert Lehman Collection. Fifteenth to eighteenth century European Painting: France, Central Europe, The Netherlands, Italy and Great Britain
Band2
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung1998
Damisch 1996 177 Fig. 51
Autor/inHubert Damisch
TitelThe Judgement of Paris Translated by John Goodman
Ort der VeröffentlichungChicago
Jahr der Veröffentlichung1996
Cat. New York 1995 220 Fig.
Autor/inKatharine Baetjer
TitelEuropean Paintings in the Metropolitan Museum of Art by Artists Born before 1865. A Summary Catalogue
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung1995
Exhib. Cat. Stockholm 1988 133-135 Fig. 29
Herausgeber/inNationalmuseum, Stockholm
TitelCranach och den tyska renässancen
Ort der VeröffentlichungStockholm
Jahr der Veröffentlichung1988
Cat. New York 1980 36 (Vol. 1) Fig. p. 296 (Vol. 2)
Autor/inKatharine Baetjer
Herausgeber/inThe Metropolitan Museum of Art, New York
TitelEuropean paintings in the Metropolitan Museum of Art
Band1-3
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung1980
Hutton 1980 131 Fig. 113
Autor/inJames Hutton
TitelCupid and the Bee
Veröffentlichungin Rita Guerlac, James Hutton, eds., Essays on Renaissance Poetry
Ort der VeröffentlichungIthaca
Jahr der Veröffentlichung1980
Seiten106-131
Eberle 1979 21, Fn. 1 No. 3
Autor/inMark W. Eberle
TitelLucas Cranach's Cupid as Honey Thief Paintings. Allegories of Syphilis?
ZeitschriftComitarus: A Journal of Medieval and Renaissance Studies
Jahrgang10
Jahr der Veröffentlichung1979
Seiten21-30
Szabó 1975 90 Plate 71
Autor/inGeorge Szabó
TitelThe Robert Lehman Collection. A Guide
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung1975
Exhib. Cat. Basel 1974/1976 787, Fn. 1 (Bd. 2) Fig. 361
Autor/inDieter Koepplin, Tilman Falk
TitelLukas Cranach. Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphik
Band1, 2
Ort der VeröffentlichungBasel, Stuttgart
Jahr der Veröffentlichung1974
Link http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-diglit-104522
Russoli 1962 Plate 163
Autor/inFranco Russoli
TitelRenaissance Painting Translated by Angus Malcolm
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung1962
Descargues 1961 59
Autor/inPierre Descargues
TitelCranach
Ort der VeröffentlichungNew York
Jahr der Veröffentlichung1961
Campbell 1957 29 Fig.
Autor/inVivian Campbell
TitelLa collection Lehman
ZeitschriftL'Oeil
Jahrgangno. 30 (June 1957)
Jahr der Veröffentlichung1957
Friedländer, Rosenberg 1932 67-68 204e
Autor/inMax J. Friedländer, Jakob Rosenberg
TitelDie Gemälde von Lucas Cranach
Ort der VeröffentlichungBerlin
Jahr der Veröffentlichung1932
Link http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/friedlaender1932
Cat. Riga 1909 19-21 No. 26 Fig.
Autor/inWilhelm Neumann
TitelVerzeichnis der Gemäldesammlung v. Transéne, Neu-Schwanburg, Riga
Ort der VeröffentlichungRiga
Jahr der Veröffentlichung1909

Forschungsgeschichte / Diskussion

Lucas Cranach der Ältere begann mit der Darstellung von Venus und Amor als Honigdieb in der Mitte der 1520er Jahre.[1] Nach der Zahl der überlieferten Beispiele zu urteilen, gehörte das Sujet zu den beliebtesten seiner Werkstattproduktion.[2] Die Erzählung basiert auf dem 19. Idyll des Theokrit, die davon erzählt wie Amor von Bienen gestochen wurde als er ihren Stock auf der Suche nach Honig zerstörte. Anschließlich beklagte er seinen Schmerzen, die durch so kleine Wesen ausgelöst wurden. Venus vergleicht Amor amüsiert mit den Bienen, indem sie anmerkt, dass auch er klein sei und als Gott der Liebe ebenfalls viele Schmerzen verursache.[3] Der lateinische Vierzeiler in Cranachs Gemälden ist eine Adaption der Verse Theokrits durch den Dichter Georg Sabinus.[4]

Zeitgleich mit dem Auftreten des Themas in Cranachs Gemälden studierte Sabinus in den 1520er Jahren griechische Literatur an der Wittenberger Universität unter Philipp Melanchthon. Es wird angenommen, dass Melanchthon als Freund Cranachs, diesem Sabinus' Verse zur Kenntnis brachte und ihn in diesem Zusammenhang beriet.[5] Während die erste Hälfte von Sabinus' Vierzeiler die Geschichte Theokrits zusammenfasst ("Als Amor Honig stahl aus dem Bienenstock, / stachen die Bienen den Dieb in den Finger"[6]), enthält der zweite Teil eine direkte Warnung ("Ebenso suchen wir vergängliche und gefährliche Freuden, / die gemischt sind mit Trauer und Schmerz"). Die Warnung zielt klar auf die sexuellen und, allgemeiner, die weltlichen Verlockungen ab, die sich in der Figur der Venus manifestieren. Diese blickt den Betrachter in vielen Versionen direkt an, was die Gemälde einerseits visuell verführerisch und andererseits moralisch abschreckend wirken lässt. Dies stellt eine Adaption einer moralisierenden Darstellung dar, die Cranachs erste Fassung der Venus und des Amors von 1509 zeigt (Eremitage, St. Petersburg). In dieser hält die Göttin ihren Sohn zurück, der im Begriff ist seinen Bogen zu spannen, während die Inschrift den Betrachter warnt.[7]

Obwohl das vorliegende Werk im Katalog der Lehmann Collection von 1998 Cranach und seiner Werkstatt zugeschrieben und aufgrund der Inschrift auf 1530 datiert wurde [8], zeigten eine genauere technische Prüfung, dass es sich um eine alte Kopie eines verlorenen Originals handelt, wie bereits Dieter Koepplin 1976 vermerkte.[9] Dendrochronologische Untersuchungen des originalen Eichenholzträgers, weisen als frühstes möglichstes Fälldatum des Baumes 1570 aus; am plausibelsten wäre sogar 1580 oder später.[10] Außerdem ist die Technik zum Aufbau der Inkarnate abweichend von der üblichen Art der Cranachwerkstatt, sei es unter Cranach d. Ä. oder Cranach d. J.. Wo bei den Cranachs die Inkarnate mittels dünnen, lasierend aufgetragenenen schichten von Grau, Braun, Rosa und Weiß über einem hellen Grundton aufgebaut sind (mit stärkerer Betonung auf Rosa und Rot in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts unter Cranach d. J.), zeigt das vorliegende Beispiel dick, pastose und opak aufgetragene Farben, die sich aus einer Palette aus Brauntönen zusammensetzen.[11]

Allgemein ist der Farbauftrag hier breiter und summarischer als der präzise Farbauftrag, der typisch für Cranach und seine Werkstatt wäre. Dies wird zum Beispiel offensichtlich bei Amors Ohr und seiner rechten Hand, Venus' Gesicht und die schnell umrissene Stadtansicht rechts. Der Vergleich mit guten eigenhändigen Werken dieses Themas, wie dem aus einer Privatsammlung von 1529 [12], zeigen deutlich die fehlende Nähe zu Cranachs Arbeitsweise.

Eine fast identische Version der Komposition, vormals in der Björnstjerna-Sammlung, Stockholm, ist ebenso mit der geflügelten Schlange und dem Datum 1530 versehen, zeigt aber auch Anzeichen für ein deutlich späteres Entstehungsdatum.[13] Koepplin sieht in ihr ebenfalls eine alte Kopie nach verlorenem Original.[14] Es zeigt eine summarische Behandlung anatomischer Eigenschaften, des Buschwerks und der Landschaft und Gebäude im Hintergrund. Der durchsichtige Schleier, der der Venus beigegeben ist, tritt regelmäßig in den Jahrzehnten um 1600 auf.[15] Wie das vorliegende Beispiel ist auch die Tafel, die sich ehemals in Stockholm befand, auf Eichenholz mit horizontaler Maserung quer zur längeren Bildseite gemalt. Dies ist eine ungewöhnliche, da der Maserungsverlauf meistens parallel zur längeren Seite der Tafel ausgerichtet ist. Dendrochronologische Untersuchungen zeigen ein mögliches Fälldatum des Baums zwischen 1607 und 1637.[16] All diese Aspekte legen die Vermutung nahe, dass die beiden Versionen von der gleichen Hand stammen - vom selben Kopisten, der vor einem verlorenen Original arbeitete und dies um 1607.[17] Die etwas frühere dendrochronologische Datierung der Tafel aus dem Metropolitan Museum legt nur einen terminus post quem fest und widerspricht dem daher nicht.

Ein anhaltendes Interesse an dieser Komposition ist außerdem durch die Existenz noch einer weiteren Kopie belegt, möglicherweise aus dem späten 17. oder dem 18. Jahrhundert stammend, deren momentaner Standort unbekannt ist.[18] 1957 fertigte Pablo Picasso eine Gouache nach dem Abdruck der Lehmann-Tafel in einer Zeitschrift an.[19]

[1] Die vorliegende Diskussion dient als Ergänzung des Eintrags von Charles Talbot aus dem Jahr 1998 im Katalog der Robert Lehman Collection (Sterling et al. 1998, S. 43 – 47, Nr. 9). Sie liefert bibliografisch den neuesten Stand und neue Argumente für zuschreibungen und Datierungen.

[2] Vgl. die Auflistung bekannter Versionen in Herrmann Fiore 2010, S. 111 – 12. Das frühste bekannte Beispiel, heute in der National Gallery, London, datiert um 1526; vgl. Friedländer und J. Rosenberg 1978, S. 119, Nr. 246L; Caroline Campbell in London 2007, S. 80 – 83, Nr. 2, Abb. Für eine breitere Behandlung dieses Themas vgl. Dieter Koepplin in Basel 1974, Bd. 2, S. 655 – 56, unter Nr. 569; Koepplin 2003b, S. 37 – 51; Pérez d’Ors 2007, S. 85 – 88; Herrmann Fiore 2010, alle mit Verweisen auf ältere Literatur.

[3] Theocritus 1952 (Hg.), Bd. 1, S. 147: “A cruel bee once stung the thievish Love-god as he was stealing honey from the hives, and pricked all his finger-tips. And he was hurt, and blew upon his hand, and stamped and danced. And to Aphrodite he showed the wound, and made complaint that so small a creature as a bee should deal so cruel a wound. And his mother answered laughing, ‘Art not thou like the bees, that art so small yet dealest wounds so cruel?’”

[4] Für Sabinus' Autorenschaft vgl. Bath 1989, S. 66 – 69 (basierend auf Hutton 1941, S. 1041, Nr. 16; Hutton 1980, S. 112, Nr. 16), und die Korrekturen durch Pérez d’Ors 2007, S. 87 – 88, 91 – 95. Der Vierzeiler qurde publiziert in Sabinus’s Poemata (Straßburg, 1538), fol. L6v (und spätere Ausgaben). Wie Charles Talbot in Sterling et al. 1998, S. 44 vermerkt, beinhaltet die Version des Textes bei der Metropolitan-Version die Textvarianten "sedvla pvnxit" and "moritvra" an Stelle des üblichen "cvspide fixit" and "peritvra."

[5] Vgl. Bath 1989, S. 68 – 69; Pérez d’Ors 2007, S. 87 – 88. Koepplin 2003b, S. 37 – 38, hat sowohl Melanchthon als auch den kurfürstlichen-sächsischen Sekretär und Hofhistoriografen Georg Spalatin als möglichen Berater ausgemacht.

[6] Diese ersten beiden Verse entlehnt und modifiziert Sabinus von Ercole Strozzis Theokrit-Übersetzung, publiziert 1513 (vgl. Leeman 1984, S. 275).

[7] Friedländer und J. Rosenberg 1978, S. 72, Nr. 22, Abb.; Bierende 2002, S. 217 – 19. Der lateinische Text der Inschrift: "Pelle cvpidineos toto conamine lvxvs / Ne tua possideat pectora ceca venvs."

[8] Talbot in Sterling et al. 1998, S. 43 – 47, Nr. 9. Dies ist die allgemeine Annahmen; vgl. auch Neumann 1909, S. 19 – 21, Nr. 26; Friedländer und J. Rosenberg 1932, S. 67 – 68, Nr. 204e; V. Campbell 1957, S. 29; Charles Sterling in Paris 1957, S. 7 – 8, Nr. 9; Cincinnati 1959, S. 20, Nr. 120; New York 1960, o.P., Nr. 15; Descargues 1961, S. 59; Russoli 1962, Tafel 163; Szabó 1975, S. 90; Friedländer und J. Rosenberg 1978, S. 118 – 19, Nr. 246E; Baetjer 1980, Bd. 1, S. 36; Hutton 1980, S. 131; Görel Cavalli-Bjorkman in Stockholm 1988, S. 133 – 35; Baetjer 1995, S. 220; Bettina Back in Köln und Antwerpen 2000 – 2001, S. 280 – 81, Nr. 25; Back in München 2001, S. 152 – 53, Nr. 11; Pérez d’Ors 2007, S. 86, Nr. 1; Herrmann Fiore 2010, S. 111.

[9] Koepplin in Basel 1974, Bd. 2 (1976), S. 787, Nr. 1.

[10] Holzartbestimmung und dendrochronologische Untersuchung durch Peter Klein, Universität Hamburg (Bericht, 12. Mai 1997, Werkakte, Department of European Paintings, MMA). Kleins dendrochronologische Analyse weist als frühstes Fälldatum 1568, als frühstes Fertigungsdatum 1570 und als plausibelstes Fertigungsdatum 1580 oder später aus.

[11] Für eine Diskussion der vielfältigen Techniken des Inkanrataufbaus in Cranachs Werkstatt vgl. Heydenreich 2007b, S. 193 – 207. Im Gegensatz zur Aussage von Charles Talbot in Sterling et al. 1998, S. 47 findent sich keine Retuschen beim Gesicht der Venus.

[12] Friedländer und J. Rosenberg 1978, S. 118, Nr. 246B; Bodo Brinkmann in Frankfurt and London 2007 – 8, S. 352 – 53, Nr. 112, Abb.

[13 Stockholm 1966, S. 513, Nr. 1289; Friedländer und J. Rosenberg 1978, S. 118, Nr. 246D; Auktion, Christie’s, London, 30. November 1979, Nr. 71, Abb. (ehemals Graf Carl Björnstjerna). Ich danke Gunnar Heydenreich für das Teien seiner Kenntisse der Tafel aus erster Hand.

[14] Koepplin in Basel 1974, Bd. 2, S. 787, Nr. 1.

[15] Vgl. z. B. das Gewand der Ceres in Bartholomäus Spranger, Sine Cerere et Baccho Friget Venus (ohne Ceres und Bacchus, Venusfries), ca. 1590, Kunsthistorisches Museum, Wien (Kaufmann 1988, S. 265, Nr. 20.48, Abb.).

[16] Bericht von Ian Tyers, Dendrochronological Consultancy Limited, Sheffield, August 2010 (Kopie in der Werkakte, Department of European Paintings, MMA).

[17] Die mutmaßlich Rudolfinische Provenienz des vormals Björnstjerna-Gemäldes legt die Vermutung nahe, dass eine Verbindung zwischen dem Maler und Kaiser Rudolf II (reg. 1576 – 1612) bestand, der ein bedeutender Sammler deutscher Gemälde des frühen 17. Jahrhunderts war. So beauftragte er beispielsweise den Hofmaler Joseph Heintz d. Ä. mit der Kopie eines Cranach-Gemäldes (Salome mit dem Kopf Johannes' des Täufers, ca. 1601 – 2, Kunsthistorisches Museum, Wien; vgl. Kaufmann 1988, S. 191, Nr. 7.28, Abb.).

[18] Datiert (fälschlicherweise) 1530, Öl auf Holz, 35 × 21,5 cm (Angaben stammen von Fotografien in der Sperling-Akte, Department of European Paintings, MMA).

[19] Vgl. Koepplin in Basel 1974, Bd. 2, S. 787, Nr. 1, Abb. 360; Talbot in Sterling et al. 1998, S. 47.

[Waterman, Cat. New York 2013, 92-93, 292, 293]

  • Venus mit Amor als Honigdieb, 1580 - 1620

Abbildungen

Abbildungen vergleichen
  • overall
  • overall
  • x_radiograph

Kunsttechnologische Untersuchung

2013Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Holzartenbestimmung / Dendrochronologie
  • Infrarot-Reflektografie
  • Infrarot-Fotografie
  • x_radiograph

Bildträger

Das Werk wurde auf einem Eichenholzbrett mit horizontal verlaufender Maserung gemalt. [...]

Die dendrochronoligische Analyse erbrachte, dass das Holz des Bildträgers aus Süddeutschland stammte und dass als das frühste mögliche Herstellungsdatum 1570 angesehen werden kann.[1] Die Rückseite ist umlaufend abgefast, rechts ist die Fase doppelt so breit als bei den anderen Seiten. Die Abmessung fällt in den Bereich von Format B nach Heydenreich, vermutlich da es sich um eine Kopie gleichen Formats nach einem Original Cranachs handelt.[2]

[1] Holzartbestimmung und Dendrochronologie durch Peter Klein, Universität Hamburg (Bericht 12. Mai 1997, Werkakte, Department of European Paintings, MMA). Kleins dendrochronologische Analyse weist als frühstes Fälldatum 1568 aus, damit ist das frühste mögliche Herstellungsdatum der Tafel 1570, das plausibelste Herstellungsdatum 1580 oder später.

[2][Heydenreich 2007 A, 43].

[Cat. New York 2013, 90, 292, No. 20]

Grundierung und Imprimitur

Die weiße Grundierung läuft über die linke und rechte Kante hinaus und sind daher original [...].

Im Streiflicht werden die breiten vertikalen Pinselspuren der dick aufgetragenen Imprimitur sichtbar.

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Unterzeichnung

Infrarotreflektografie und -fotografie zeigen eine dünne Linie, die die rechte Kontur von Hüfte und Oberschenkel der Venus beschreibt sowie einige graue monochrome Modellierungen.[1]

[1]IRR ausgeführt mit Einstellungen C und B; vgl. S. 276.

[Cat. New York 2013, 90, 292, No. 20]

Farbschichten und Metallauflagen

Allgemein geht die Maltechnik weder mit Arbeitsweise noch mit dem Stil Cranachs oder seiner Werkstatt konform. Während die Farbpalette sich der Cranach deutlich annähert, ist der Farbauftrag vergleichsweise schwerfällig und weniger ökonomisch. [...]

Die Inschrift in der linken oberen Ecke, die Datierung 1530 und die Schlangensignet sind original, aber nicht authentisch. Entweder der Kopist übertrug sie von einer früheren Version des Gemäldes oder fügte sie auf eigene Initiative hin ein.

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Rahmung

Nicht original

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

02. 2008Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Röntgengrobstrukturanalyse
  • x_radiograph
  • fotografiert von The Metropolitan Museum of Art, New York

12.05.1997Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Holzartenbestimmung / Dendrochronologie

Bildträger

Holzartbestimmung und Dendrochronologie durch Peter Klein, Universität Hamburg (Bericht 12. Mai 1997, Werkakte, Department of European Paintings, MMA). Kleins dendrochronologische Analyse weist als frühstes Fälldatum 1568 aus, damit ist das frühste mögliche Herstellungsdatum der Tafel 1570, das plausibelste Herstellungsdatum 1580 oder später.

[Cat. New York 2013, 292, Fn. 4, No. 20]

  • analysiert von Peter Klein

Erhaltungszustand

Datum2013

Der obere und untere Rand wurde beschnitten. [...]

Das Gemälde ist in einem sehr guten Zustand.

[Cat. New York 2013, 90, No. 20]

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Venus mit Amor als Honigdieb', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/US_MMANY_1975-1-135/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Venus mit Amor als Honigdieb', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/US_MMANY_1975-1-135/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

Helfen Sie uns das Cranach Digital Archive zu verbessern.

Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie einen Fehler bemerkt haben.