Katharina von Bora als Halbfigur nach links

Katharina von Bora als Halbfigur nach links

Titel

Katharina von Bora als Halbfigur nach links

[KKL 2022]

Malerei auf Laubholz (wohl Buche)

Material / Technik

Malerei auf Laubholz (wohl Buche)

[Schloss Gottorf, revised 2013]

Neben den Bildnissen Luthers und von Boras im kleinen Rundformat fertigte die Cranach-Werkstatt ab 1525 auch Porträts des Ehepaares im deutlich größeren Hochrechteck vor grünem Grund (III.M7–III.M10) sowie ab 1526 auch kleinere hochrechteckige Tafeln mit blauem Fond (III.M11–III.M19) an. Zur Gruppe der Letzteren zählen auch die vorliegenden Beispiele. Die Darstellungsgröße

Neben den Bildnissen Luthers und von Boras im kleinen Rundformat fertigte die Cranach-Werkstatt ab 1525 auch Porträts des Ehepaares im deutlich größeren Hochrechteck vor grünem Grund (III.M7–III.M10) sowie ab 1526 auch kleinere hochrechteckige Tafeln mit blauem Fond (III.M11–III.M19) an. Zur Gruppe der Letzteren zählen auch die vorliegenden Beispiele. Die Darstellungsgröße der kleinen Hochrechtecke entspricht dabei weitgehend den Tafeln im Rund (III.M1–III.M6).[1]

Bei den Schleswiger Tafeln handelt es sich um typische Beispiele einer in fünf Exemplaren (III.M15–III.M19) überlieferten Serie innerhalb der kleinformatigen Tafeln der Bildnisgruppe III. Diese Exemplare zeichnen sich im Vergleich zu den gleichformatigen Tafeln III.M11–III.M14 durch eine eher summarische Ausarbeitung, einen geringfügig kleineren Darstellungsmaßstab zugunsten eines nach oben etwas erweiterten Bildformats und die Schreibweise der Jahreszahl aus.[2] Die Schleswiger Tafeln unterscheiden sich von allen anderen Beispielen der Bildnisgruppe III durch die prominent ausgeführten Inschriften. Zudem gehören sie mit den Tafeln aus Wolfenbüttel (III.M11) zu den einzigen überlieferten Exemplaren mit erhaltenen Zierrahmen. Mehrere korrespondierende Löcher an den äußeren Rahmenleisten beider Tafeln könnten von einem Mechanismus stammen, mit dem sich die zusammengeklappten Tafeln verschließen ließen.[3] Aus dem vorhandenen Bildmaterial[4] lassen sich darüber hinaus keine stilistischen oder technischen Merkmale ableiten, die das Doppelbildnis von den anderen Exemplaren dieser Untergruppe merklich unterscheiden.[5] Eine Zuschreibung an die Werkstatt Lucas Cranachs. d. Ä. erscheint vor diesem Hintergrund plausibel.

Daniel Görres, Wibke Ottweiler


[1] Dabei lässt sich die Gruppe der kleinformatigen Hochrechtecke in zwei Untergruppen mit geringfügig voneinander abweichendem, untereinander aber identischem Darstellungsmaßstab unterteilen. Der geringere Darstellungsmaßstab entspricht dabei dem der Rundbildnisse exakt. Vgl. dazu die Einleitung zu Bildnisgruppe III.

[2] Bei allen fünf Exemplaren sind darüber hinaus Signet und Jahreszahl bzw. die namentliche Bezeichnung Luthers in der oberen linken Ecke positioniert, wobei die „2” der Jahreszahl eine runde Ausprägung aufweist. Vgl. dazu auch die Ausführungen im Einleitungstext in die Bildnisgruppe III.

[3] Für diese Beobachtungen sei Anne-Christin Henningsen, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf, herzlich gedankt. Vgl. dazu auch die technologischen Angaben zu DE_SHLM_NONE-005 sowie die Einleitung in die Bildnisgruppe III.

[4] Wie Anm. 3.

[5] Im Rahmen des KKL-Projekts erfolgte daher keine autopsische Untersuchung der Tafeln.

Quellen/Publikationen:

Ausst.-Kat. Münster 1985, Nr. 60; Ausst.-Kat. Kronach 1994, Nr. 175; Drees 1994, S. 65-66; Ausst.-Kat. Schleswig, S. 542; Spielmann 1997, Nr. 140; Ausst.-Kat. Wittenberg 1999, Nr. 73; Sandner / Heydenreich / Smith-Contini 2015, S. 132.

Zuschreibungen
Werkstatt Lucas Cranach der Ältere
Lucas Cranach der Ältere

Zuschreibungen

Werkstatt Lucas Cranach der Ältere

[KKL 2022]

Lucas Cranach der Ältere

[Schloss Gottorf, revised 2013]

Datierung
1526

Datierung

1526

[Pendant datiert]

Maße
Maße Bildträger: 21,6 x 15,8 x 0,5 cm

Maße

  • Maße Bildträger: 21,6 x 15,8 x 0,5 cm

  • [Schloss Gottorf, revised 2013]

Signatur / Datierung
Pendant bezeichnet: Schlangensignet mit aufgerichteten Flügeln und Datierung "1526"

Signatur / Datierung

  • Pendant bezeichnet: Schlangensignet mit aufgerichteten Flügeln und Datierung "1526"

  • [KKL 2022]

Inschriften und Beschriftungen
Oben links: "KATTARINA LVTTERIN" Auf dem Rahmen unten mittig Metallschild mit gemalter Aufschrift "LUCAS CRANACH"

Inschriften und Beschriftungen

Inschriften, Wappen:

  • Oben links: "KATTARINA LVTTERIN"
  • [KKL 2022]

Stempel, Siegel, Beschriftungen:

  • Auf dem Rahmen unten mittig Metallschild mit gemalter Aufschrift "LUCAS CRANACH"
  • [Schloss Gottorf, revised 2013]
Eigentümer
Privatbesitz
Besitzer
Schloss Gottorf, Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Schleswig
Standort
Schleswig
CDA ID
DE_SHLM_NONE-006
FR (1978) Nr.
FR-none
KKL-Nr.
III.M15b, Teil der Bildnisgruppe III
Permalink
https://lucascranach.org/de/DE_SHLM_NONE-006/

Provenienz

Leihgabe aus Privatbesitz
[KKL 2022]

Ausstellungen

Kronach 1994, Nr. 175

Quellen / Publikationen

Erwähnt auf Seite Katalognummer Tafel
Sandner, Heydenreich, Smith-Contini 2015 132, Fn. 24
Autor/inGunnar Heydenreich, Ingo Sandner, Helen Smith-Contini
TitelVeränderungen beim Unterzeichnen in Cranachs Werkstatt und die Arbeitsweise von Sohn Lucas
Veröffentlichungin Elke A. Werner, Anne Eusterschulte, Gunnar Heydenreich, eds., Lucas Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder
Ort der VeröffentlichungMunich
Jahr der Veröffentlichung2015
Link https://lucascranach.org/application/files/5215/6337/7366/Heydenreich_Sandner_Smith-Contini_2015_-_Unterzeichnung.pdf
Seiten128-141
Cat. Schleswig 1997 122, 292 No. 140
Herausgeber/inHeinz Spielmann
TitelSchloß Gottorf und seine Sammlungen. Renaissance und Barock
ReiheNeue Bildhefte
Ort der VeröffentlichungSchleswig
Jahr der Veröffentlichung1997
Exhib. Cat. Schleswig 1997 542 163ff.
Herausgeber/inJan Drees, Heinz Spielmann
TitelGottorf im Glanz des Barock. Kunst und Kultur am Schleswiger Hof 1544-1713. Bd. 1: Die Herzöge und ihre Sammlung
Band1
Ort der VeröffentlichungSchleswig
Jahr der Veröffentlichung1997
Drees 1994 65-66
Autor/inJan Drees
TitelBildnispaar Martin Luther und Philipp Melanchthon um 1543
ZeitschriftJahrbuch des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloss Gottorf
JahrgangN.F. 4 (1992-1993)
Jahr der Veröffentlichung1994
Exhib. Cat. Kronach 1994 352-353 175
Herausgeber/inClaus Grimm, Johannes Erichsen, Evamaria Brockhoff
TitelLucas Cranach. Ein Maler-Unternehmer aus Franken [Festung Rosenberg, Kronach 17.05 - 21.08.1994; Museum der Bildenden Künste, Leipzig 07.09 - 06.11.1994]
ReiheVeröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur
Band26
Ort der VeröffentlichungAugsburg, Coburg
Jahr der Veröffentlichung1994
Exhib. Cat. Münster 1985 158f. No. 60
Autor/inJochen Luckardt
TitelHeinrich Aldegrever und die Bildnisse der Wiedertäufer [Westfälische Landesmuseum Münster]
Ort der VeröffentlichungMünster
Jahr der Veröffentlichung1985

Forschungsgeschichte / Diskussion

Bildnispaare von Martin Luther und Katharina von Bora entstanden nach ihrer Hochzeit 1525 bis 1528 in größerer Zahl. Die Vervielfältigung der Portraits erfolgte mit Hilfe von Pausen, die durch Nadelstiche auf den Bildträger übertragen wurden. Das Bildnispaar auf Schloss Gottorf hebt sich durch sein kleines Format von anderen Beispielen ab. Vergleichbar ist diesbezüglich nur das Bildnis der Katharina von Bora, das bei Koepplin/Falk unter der Nr. 181 publiziert ist und sich in einer französischen Privatsammlung befindet oder befand.

Weil die Ausschnitte der beiden Bildnisse nicht vollkommen aufeinander abgestimmt sind und die Inschriften formal voneinander abweichen, wurde vermutet, das Portrait Luthers habe bereits zuvor existiert.

[Dittmeyer, Schloss Gottorf 2013]

  • Katharina von Bora als Halbfigur nach links, 1526

Abbildungen

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Kunsttechnologische Untersuchung

Datum04.05.2022 -

Rahmung

Originaler Rahmen - Rahmenleisten auf Gehrung gearbeitet und in den Ecken durch diagonale Holznägel verbunden. Die Verbindung zwischen Unterkante und seitlichen Leisten erfolgte jeweils durch Zapfenverbindungen. Helle Grundierung über gesamten Holzträger (Tafel und Profilleisten). Reste von Grundierungs- und Malgraten partiell vorhanden. - ursprünglich Polimentvergoldung über heller Grundierung (später vorderseitig schwarz überfasst mit goldfarbener Lichtkante, siehe weiter unten) - An den Blick-abgewandten Seitenflächen je drei korrespondierende Löcher (ein Loch nähe oberer Rand, zwei Löcher nähe unterer Rand)

Restaurierungen:

Entfernung der aufgesetzten Profilleisten vor dem Verleimen der Risse an beiden Holztafeln. Nach der Verleimung Stabilisieren beider Holztafeln durch je zwei aufgeleimte Querleisten (2,5 x 15,5 x 0,7 cm, alle Kanten abgefast). Die Replatzierung der vorderseitigen Rahmenleisten mittels Metallnägeln sowohl von der Vorder- als auch von der Tafelrückseite (sichtbare Nagelköpfe und umgeschlagene Nagelenden).

Überfassen der polimentvergoldeten Fassung mit schwarzer Farbe an der Vorderseite. Mehrere Holbelspuren an den vorderen Kanten der Profilleisten (Breite bis zu 5 mm) deuten auf einen weiteren, späteren Eingriff hin: Anpassung des Objektes an einen neuen Zierrahmen, bei der die originalen Rahmenleisten integriert sind. Im Zuge dessen möglicherweise erneute Überfassung der schwarz gefassten Flächen und Akzentuieren der Lichtkante mit Goldfarbe.

[A. Henningsen, 21.02.2022]

  • Bearbeiter/in Wibke Ottweiler

14.02.2013 - Technologische Untersuchung

Rahmung

Der äußere Rand der linken und rechten Rahmenleiste (bis zur Profilierung) gehört zur Substanz der Tafel; die innere Profilleiste sowie die obere und untere Rahmenleiste sind eingesetzt. Der schmale originale Rahmen ist in den neueren, breiten Rahmen eingearbeitet.

[Schloss Gottorf, revised 2013]

08. 2012Technologische Untersuchung / Naturwissenschaftliche Materialanalyse

  • Infrarot-Reflektografie
  • irr

Unterzeichnung

BESCHREIBUNG

Zeichengeräte/Material:

- trockenes Zeichenmedium, dunkle Kreide oder Pauslinien?

Typ/Duktus:

- nachvollziehende Linien

- zarte, feine Linien

Funktion:

- relativ verbindlich für die Malerei; Hauptkonturen und Gesichtszüge angegeben; keine plastische Wiedergabe

Abweichungen:

- kleine Präzisierungen der Form während des Malprozesses

INTERPRETATION

Zuschreibung:

- nicht möglich

Anmerkungen:

- vermutlich von einer Vorlage übertragen (Pausverfahren)

[Smith, Sandner, Heydenreich, cda 2013]

  • fotografiert von Gunnar Heydenreich
  • fotografiert von Ingo Sandner

Zitieren aus dem Cranach Digital Archive

Eintrag mit Autor
<Autorenname>, 'Katharina von Bora als Halbfigur nach links', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_SHLM_NONE-006/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})
Eintrag ohne Autor
'Katharina von Bora als Halbfigur nach links', <Titel des Dokuments, Feldeintrags oder der Abbildung>, [<Datum des Dokuments oder der Abbildung>], in: Cranach Digital Archive, https://lucascranach.org/de/DE_SHLM_NONE-006/ (zuletzt aufgerufen am {{dateAccessed}})

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